Die CO2-Preise haben am Montag die 70-Euro-Marke geknackt. Nach Daten der Energiebörse EEX kosteten die Zertifikate im europäischen Emissionshandel am Montagnachmittag 70,70 Euro pro Tonne.
Damit haben sich die CO2-Preise seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.
Glasgow-Beschlüsse bringen Schwung
Schwung brachten in den vergangenen Tagen die Beschlüsse der Weltklimakonferenz in Glasgow, die von Marktteilnehmern überwiegend positiv bewertet wurden. Zudem wirkten Gaspreise von durchschnittlich mehr als 90 Euro pro MWh am Handelspunkt TTF bullish.
In Deutschland lag zudem im November der Erneuerbaren-Beitrag bislang leicht unter dem Vorjahresergebnis.
Kohle günstiger als Gas
Noch im Frühjahr befeuerten stark steigende CO2-Preise den Brennstoffwechsel weg von Kohle hin zu umweltfreundlicherem Erdgas. Diesmal aber scheinen sinkende Kohlepreise im Vergleich zu weiterhin rekordhohen Gaspreisen diesen Effekt zu dämpfen.
Vergangene Woche kostete eine Tonne Steinkohle für das Liefergebiet ARA im Frontmonat 137 US-Dollar und damit fast ein Drittel weniger als noch vor knapp einem Monat. (Mehr Zahlen gibt es hier im ZfK-Datenraum.) Mit Blick auf die Indikatoren Clean-Dark-Spread und Clean-Spark-Spread ist es derzeit wirtschaftlich attraktiver, Kohle statt Gas zu verstromen.
Richtung 75 bis 80 Euro?
Ein Zustand, der noch die nächsten beiden Jahre anhalten könnte, wie SEB-Marktanalyst Bjarne Schieldrop in seinem jüngsten Report schreibt. Das würde aber auch heißen, dass der Bedarf an CO2-Zertifikaten hoch bleiben würde, was wiederum die CO2-Preisrallye befeuert.
Auch deshalb geht Schieldrop davon aus, dass die CO2-Preise sich noch vor Weihnachten Richtung 75 bis 80 Euro pro Tonne bewegen könnten. (aba)



