Milde Weihnachten und Silvester bei Frühlingstemperaturen haben die Gaspreise auf Talfahrt geschickt. Auch am Strommarkt fielen die Preise – am 1. Januar sogar mehrere Stunden lang in den negativen Bereich.
Kostete am Handelsplatz TTF Mitte Dezember eine Megawattstunde Erdgas noch 135 Euro, wurde das Produkt am Montag zwischenzeitlich für nur noch halb so viel gehandelt. Am frühen Nachmittag notierte der Kurs bei exakt 72,50 Euro pro MWh.
Elf Tage in Folge netto eingespeichert
Selbst das Winterprodukt 2023/24 fiel deutlich unter die 100-Euro-Marke und kostete nur noch 81 Euro pro MWh. Noch günstiger war Gas am Spotmarkt zu haben. Hier lag der TTF-Preis bei weniger als 69 Euro pro MWh.
Preisdämpfend wirkt nach wie vor das vergleichsweise milde Wetter sowie hohe Gasspeicherfüllstände. Ende des Jahres waren Deutschlands Speicheranlagen im Schnitt zu 90 Prozent gefüllt, nachdem elf Tage in Serie netto eingelagert worden war.
Rehden voller als Bundesschnitt
Bemerkenswert dabei: Der Füllstand der größten Anlage hierzulande im niedersächsischen Rehden war mit 90,3 Prozent zuletzt sogar noch höher als der bundesweite Durchschnitt.
Monatelang hatte der von der Sefe-Tochter Astora betriebene Speicher im Schlussfeld gelegen, nachdem der russische Gazprom-Konzern, offenbar der Hauptnutzer der Lagerkapazitäten, die Anlage bis Ende März 2022 leerlaufen hatte lassen. In der Folge hatte der Marktgebietsverantwortliche THE im Auftrag der Bundesregierung Rehden befüllt.
87 Prozent aus erneuerbaren Quellen
Zudem entlasteten die traditionell schwächere Stromnachfrage über die Feiertage sowie starke Windstromerträge Gaskraftwerke. Nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts steuerten erneuerbare Energien am 1. Januar satte 87 Prozent zum deutschen Strommix bei. 13 Prozent entfielen auf grundlastfähige Braunkohlekraftwerke.
In der Folge gingen die Strompreise stundenlang in den negativen Bereich. Am Montag kostete der Day-Ahead an der Energiebörse Epex Spot auf dem deutschen Markt wieder 146 Euro pro MWh.
Entspannung in Frankreich
Zur Härteprobe wird der Januar für Frankreichs Strommarkt. Im Vorfeld hatte die französische Regierung ihre Bevölkerung bereits auf die Möglichkeit gezielter lokaler Stromausfälle, sogenannter Brownouts, eingestellt. Am Montag waren nach Angaben des Netzbetreiberdachverbands Entso-E 40 von 61 installierten GW Kernkraftleistung am Netz. Das entspricht dem kritischsten der von den deutschen Netzbetreibern gerechneten Szenarien.
Trotzdem beurteilten Stromhändler zuletzt die Lage deutlich gelassener als noch vor wenigen Wochen. So wurde in Frankreich produzierter Strom am Montag für die beiden darauffolgenden Wochen für 140 und 185 Euro pro MWh gehandelt. Das Februarprodukt kostete demnach 235 Euro pro MWh. (aba)



