Blick auf den Gasspeicher Etzel in Niedersachsen.

Blick auf den Gasspeicher Etzel in Niedersachsen.

Bild: © Uniper

Erdgas war im ersten Halbjahr 2021 wichtigster Energieträger in Deutschland. Mit einem Anteil von 30,6 Prozent am nationalen Energiemix verdrängte es Mineralöl (28,6 Prozent) auf Platz zwei, wie aus neuen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) hervorgeht.

Rang drei behaupteten trotz leichter Verluste erneuerbare Energien. Sie wiesen einen Anteil von 16,8 Prozent auf.

Energieverbrauch steigt um 4,3 Prozent

Insgesamt lag der Energieverbrauch in den ersten sechs Monaten deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Nach vorläufigen Berechnungen der AG Energiebilanzen erhöhte sich der Verbrauch um 4,3 Prozent auf knapp 6200 Petajoule.

Den Anstieg führt das Expertengremium vor allem auf Corona-Lockerungen und die Zunahme wirtschaftlicher Aktivitäten zurück.

Starker Anstieg bei Erdgas

Zudem ließ die deutlich kühlere Witterung demnach den Verbrauch von Heizenergien nach oben klettern. Unter Ausschaltung des Witterungseinflusses hätte sich der Energieverbrauch demnach gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur um knapp zwei Prozent erhöht, teilt die AG Energiebilanzen mit.

Der Erdgasverbrauch legte im Vorjahresvergleich um fast 16 Prozent zu. Als Hauptursache nennt die Arbeitsgemeinschaft die kühle und windarme Witterung, die zum Mehreinsatz von Erdgas zur Wärme- und Stromerzeugung führte.

Mineralöl rückläufig

Rückläufig war dagegen der Verbrauch von Mineralöl. Dieser sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt zwölf Prozent, wie das Expertengremium berechnete. Verantwortlich war dafür beispielsweise der weiterhin eingeschränkte Luftverkehr.

Der Verbrauch von Steinkohle stieg im ersten Halbjahr um fast 23 Prozent, der von Braunkohle sogar um ein Drittel. Auch der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahlindustrie legte laut AG Energiebilanzen deutlich zu.

Wind schwächelt, Biomasse legt zu

Einen Rückschlag erlebten die erneuerbaren Energien. Sie verloren insgesamt fast einen Prozentpunkt im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2020. Bei der Windenergie kam es zu einem Minus von 20 Prozent im Vergleich zum windstarken Vorjahr. Der Beitrag der Solarenergie bliebt trotz des Anlagenzubaus stabil.

Wasserkraftwerke wiederum legten um fünf, Biomasse temperaturbedingt um sechs Prozent zu. (aba)

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