Frankreich bezieht etwa 70 Prozent seines Stroms aus Kernkraft. Das Land will diesen Anteil bis 2035 auf 50 Prozent reduzieren.

Frankreich bezieht etwa 70 Prozent seines Stroms aus Kernkraft. Das Land will diesen Anteil bis 2035 auf 50 Prozent reduzieren.

Bild: © visualpower/Adobestock

Frankreichs zuletzt schwächelnde Stromproduktion hat im ersten Halbjahr 2024 das höchste Niveau seit 2019 erreicht. Wie der Stromnetzbetreiber RTE mitteilte, legte die Produktion der Wasserkraftwerke um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, in dem große Trockenheit die Stromproduktion der Talsperren beeinträchtigt hatte.

Nach Reparatur und Wartung aller zeitweise vom Netz genommenen AKW stieg die Atomstromproduktion im Vorjahresvergleich um zwölf Prozent. Die Erzeugung erneuerbarer Energie aus Windkraft- und Solaranlagen nahm um drei beziehungsweise fünf Prozent zu.
 

Die Kohleverstromung in Frankreich ist praktisch beendet

Die Stromgewinnung aus fossilen Energieträgern wie Gas und Kohle sank unterdessen auf das niedrigste Niveau seit den 50er Jahren. Praktisch beendet ist in dem Nachbarland die Kohleverstromung. Die beiden letzten als Reserve noch vorgehaltenen Kohlekraftwerke waren nur noch rund 100 Stunden in Betrieb, wie RTE mitteilte. 

Der Trend zum Stromsparen hält unterdessen in Frankreich an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Verbrauch je nach Monat und bereinigt um Witterungseinflüsse um fünf bis zehn Prozent. Die Ablösung fossiler Energieträger durch eine zunehmende Elektrifizierung mache diese Einsparungen bisher noch nicht zunichte.

Parallel zu einer wachsenden Produktion und einem sinkenden Verbrauch legte Frankreichs Stromexport auf einen Rekordwert zu. Im ersten Halbjahr 2024 betrug der Nettoexport 42 Terawattstunden nach 13 Terawattstunden im Vorjahreszeitraum. Gesteigerte Stromexporte gab es insbesondere nach Deutschland, Belgien, Italien, die Schweiz sowie Großbritannien. (dpa/hoe)

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