Elektrizität aus erneuerbaren Quellen hat vertrieblich in Deutschland vielleicht die Talsohle durchschritten; jedenfalls rechnen 61 Prozent von 83 Grünstromvertrieben fürs laufende Jahr mit Wachstum. Dies ist eines der Hauptergebnisse der kostenpflichtigen 13. Ökostromumfrage, die das Hamburg Institut im Auftrag der Zeitschrift "E&M" durchgeführt hat. Andererseits rechnen auch 36 Prozent der Antwortenden mit Kundenverlusten.
Das Institut kommt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – auf einen Gesamtmarkt von 4,1 Mio. privaten, gewerblichen und industriellen Kunden und einen Gesamtabsatz von 18 TWh im vergangenen Jahr.
Lichtblick: Rückgang nur um 28 000 Kunden
Demnach bleibt Lichtblick mit 470 000 belieferten Haushalten und 70 000 versorgten Betrieben oder "mehr als einer Mio." versorgten Menschen Marktführer. Allerdings hat es dann bereits eine Delle gegeben: In einem Interview des "Handelsblatts" mit Lichtblick-Gründer Heiko von Tschischwitz im August 2017 waren noch "650 000 Stromkunden" angegeben worden.
Die Lichtblick-Pressestelle macht eine andere Rechnung auf: In den in dem Interview genannten 650 000 seien in Wirklichkeit die 76 000 privaten und die 6000 gewerblichen Gaskunden mitgezählt, die in den Hamburg-Institut-Umfragen nie enthalten sind, und die Zahl habe sich damals auf Ende 2016 bezogen. Damit habe Lichtblick 2017 per saldo nur 28 000 Kunden ziehen lassen müssen. "In der Tat haben wir diese Anzahl im hart umkämpften Wettbewerb verloren", hieß es aus Hamburg. Aber: "Keinem anderen Anbieter ist es gelungen, ein derart hohes Kundeniveau so gut zu halten." Lichtblick-Vorstand Gero Lücking sieht jedenfalls "gute Wachstumspotenziale" durch neue Geschäftsfelder wie E-Mobilität und Stromheizung.
Entega als Zweitgrößter gewinnt hinzu
Zweitgrößter Grünstromvertrieb ist nach eigenen Angaben der Darmstädter Kommunalversorger Entega mit 408 000 Kunden und 2,6 TWh Absatz. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber 2016 von 25 000 Kunden und einem Marktanteil von zehn Prozent.
Auf den dritten bis fünften Plätzen rangieren:
- die Eon-Innogy-Konzerngesellschaft Eprimo,
- die Stadtwerke-Krefeld-Tochter Lekker Energie
- sowie die Hagener Enervie-Gruppe. (geo)



