Solaranlagen in der Direktvermarktung haben im Oktober wieder deutlich höhere Erlöse an der Börse erzielt. Der Marktwert Solar kletterte gegenüber dem September von rund 4,5 Cent auf rund 6,8 Cent pro Kilowattstunde, wie die Übertragungsnetzbetreiber mitteilen. Das war nach rund 7,5 Cent der zweithöchste Wert des Jahres.
Auch die Erlöse von Windstrom haben sich erholt. Der Marktwert von Windanlagen an Land wuchs von rund 6,3 Cent auf 6,8 Cent pro Kilowattstunde an ‒ der Spitzenwert für 2024. Der Monatsmarktwert von Offshore-Windstrom stieg noch höher auf rund 7,4 Cent. Ebenfalls ein Rekord im laufenden Jahr.
Höheres Preisniveau
Das gestiegene Preisniveau erklärt sich durch insgesamt höhere Spotmarktpreise. Rund 8,6 Cent pro Kilowattstunde waren es im Oktober durchschnittlich. Damit bleiben die Martkwerte aber noch immer hinter dem Durchschnitt aus 2023 zurück. Damals betrug der Spotmarktpreis durchschnittlich rund 9,5 Cent.
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Außerdem bleiben die Preise volatil. So gab es auch im Oktober wieder negative Börsenstrompreise. Und zwar insgesamt 25 Stunden, die alle am Wochenende auftraten. Am Sonntag, den 13. Oktober, rutschten die Preise etwa sechzehn Stunden lang ins Minus.
Erneuerbare schrumpfen
Der Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung schrumpfte im Oktober zudem deutlich. Trugen Wind, PV, Biomasse und Co. im September noch 66,5 Prozent zur öffentlichen Nettostromerzeugung bei, waren es im Oktober nur noch 58,2 Prozent. Ein Trend, der sich fortsetzt: In der ersten Novemberwoche verringerte sich der Erneuerbaren-Anteil weiter auf knapp 40 Prozent.
Vor allem der Beitrag der Solarenergie lässt erwartungsgemäß nach. Von 19 Prozent im September auf knapp 11 Prozent im Oktober. Im laufenden November sind es bislang kaum 8 Prozent. Die Kehrseite: Für Erzeuger, die noch Solarstrom einspeisen können, erhöhen sich auch die Marktwerte.
Wind an Land schwächelt
Außergewöhnlich ist, dass auch Windanlagen an Land weniger Strom erzeugten. Deren Anteil am Strommix sank im Oktober gegenüber dem Vormonat um zwei Prozentpunkte auf rund 25 Prozent. Im laufenden Monat steuern Onshore-Windanlagen bisher sogar nur rund 13 Prozent zur Stromerzeugung bei. (jk)
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