Der Oktober löst den Juni als bisher teuersten Monat an der Strombörse ab. Der durchschnittliche Preis in der Day-Ahead-Auktion schoss auf rund 86 Euro pro Megawattstunde (MWh) hoch, nachdem es im Vormonat noch rund 78 Euro gewesen waren. Bereits im Juni hatten die Preise an der 86-Euro-Marke gekratzt, was aber auch auf einen technischen Fehler an der Strombörse Epex Spot zurückzuführen ist.
Zwischen Februar und Mai hatten die Preise sogar noch deutlich unter 70 Euro pro MWh gelegen. Mit dem neuen Jahreshöchstpreis dürfte die "günstige" Jahrszeit an der Börse vorbei sein. Das liegt nicht nur an der geringeren Sonneneinstrahlung. Ein Blick auf die Stromerzeugung zeigt, dass in der zweiten Oktoberhälfte vor allem die Windenergie an Land schwächelte.
Windstrom bricht ein
In der ersten Oktoberhälfte hatte viel Windstrom noch für zahlreiche Negativpreise gesorgt. Dann wehte der Wind nur noch schwach und blieb teilweise ganz aus. In der dritten Oktoberwoche brach die Erzeugung von Windanlagen an Land gegenüber der ersten Oktoberwoche auf nur noch ein Drittel ein.
Auch die Erzeugung von Solarstrom ging schrittweise zurück. Hatten Solaranlagen im August noch knapp 9000 Gigawattstunden (GWh) an Strom erzeugt, waren es im Oktober nur noch rund 3600 GWh. Der Vergleich mit den Vorjahren zeigt: Der Trend dürfte sich noch eine Weile fortsetzen.
Braunkohle füllt die Lücke
Kompensiert wurden die Ausfälle vor allem von teuren Braunkohle-Kraftwerken. Sie erzeugten nach rund 5200 GWh im September nun gut 7100 GWh ‒ der höchste Wert des Jahres. Auch die Stromerzeugung aus Steinkohle und Erdgas legte gegenüber dem Vormonat leicht zu.
Die Entwicklung kommt insofern überraschend, als dass die Kohleverstromung im Jahresvergleich bislang zurückgegangen ist. Zuletzt drängten auch verstärkt ausländischer Erneuerbaren- und Atomstrom teure Kohlekraftwerke aus dem Markt. Im Oktober standen Stromexporten von 3200 GWh Importe von 7000 GWh gegenüber. (jk)



