Die Marktwerte für die Einspeisung von erneuerbaren Strom sind zum Jahresende 2023 deutlich zurückgegangen. So fiel der Marktwert Solar im Dezember um fast zwei Cent auf 6,592 Cent pro Kilowattstunde (kWh) und damit auf den niedrigsten Stand seit Juli. Bei Onshore-Windanlagen schrumpften die Marktwerte noch deutlicher von rund 7,7 Cent pro kWh auf 4,4 Cent. Bei Offshore-Wind ging es von 7,9 Cent auf rund 5,6 Cent pro kWh zurück, wie aus Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber hervorgeht.
Der Spotmarktpreis sank ebenfalls ‒ konkret von 9,112 auf 6,852 Cent pro kWh. Dies stellt den niedrigsten Wert im abgelaufenen Jahr dar.
Marktprämien schrumpfen
Auch die Jahresmarktwerte verloren. Bei Solar lag er für 2023 bei 7,2 Cent pro kWh, während er im Vorjahr noch 22,3 Cent betragen hatte. Bei Onshore-Wind ging es von 16,272 Cent pro kWh (2022) zurück auf 7,6 Cent; bei Offshore fiel der Jahresmarktwert von rund 18,3 Cent pro kWh auf nunmehr rund 8,2 Cent.
Die Jahresmarktwerte dienen als Grundlage, um die sogenannte Marktprämie für Post-EEG-Anlagen zu berechnen. Entsprechend reduzieren sich daher auch die Erlöse für die Betreiber von Erneuerbaren-Anlagen.
Viele Negativstunden
Hinzu kommen zahlreiche Negativstunden, von einer Stunde bis sechs Stunden. Gerade zu Weihnachten häuften sich 2023 die Negativstunden besonders (Die ZfK berichtete).
Ein negativer Spotmarktpreis an der Strombörse kann dazu führen, dass der Vergütungsanspruch für zahlreiche Anlagen entfällt. Dies ist jedoch abhängig von der jeweiligen Ausschreibung beziehungsweise dem Datum der Inbetriebnahme. So entfällt bei mehr als einer Stunde mit Negativpreisen der Vergütungsanspruch für Anlagen mit Zuschlag in der Innovationsausschreibung. Bei anderen Anlagen sind je nach Inbetriebnahme jedoch mehr als vier oder mehr als sechs aufeinanderfolgende Stunden mit negativen Preisen notwendig. (jk)



