Windräder in der Landschaft. NRW baut davon so viel wie nie (Symbolbild).

Windräder in der Landschaft. NRW baut davon so viel wie nie (Symbolbild).

Bild: © Oliver Berg/dpa

Der Windenergieausbau in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat 2025 eine neue Größenordnung erreicht. Nach vorläufigen Zahlen wurden landesweit 259 Windenergieanlagen mit einer Bruttogesamtleistung von 1346 Megawatt (MW) errichtet (Stand: 7. Januar 2026).

Nach Abzug rückgebauter Altanlagen verbleibt ein Nettozuwachs von 1288 MW – rund 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Darauf verweist der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), der dazu Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur ausgewertet hat.

NRW erstmals brutto wie netto vorne

Damit liege NRW erstmals sowohl beim Brutto- als auch beim Nettoneuzubau vor Niedersachsen und Schleswig-Holstein und führt die Bundesstatistik an. Leichte Verschiebungen durch Nachmeldungen von Windradbetreibern seien möglich.

Dies zeige, wie viel ausgebaut werden könne, wenn Politik, die Windenergiebranche und die Genehmigungsbehörden ein gemeinsames Ziel haben, sagte LEE-NRW-Geschäftsführer Christian Vossler. Er verweist darauf, dass bereits weitere mehr als 6000 MW genehmigt seien. Und rechnet für 2026 mit einem Zubau von mehr als 1500 MW Leistung Windenergie.

"Achillesferse" Netzausbau

Gleichzeitig warnt der Verband vor wachsenden strukturellen Risiken: Aus Sicht des LEE NRW werden fehlende Netze und deren schleppender Ausbau zunehmend zur "Achillesferse" für die Windenergie.

So kann die Energiewende nicht funktionieren!

Steffen Lackmann, Geschäftsführer der Hellwegwind mit Sitz in Paderborn, moniert: Zwar vergingen von der Antragsstellung bis zur Inbetriebnahme eines Windparks derzeit etwa dreieinhalb Jahre. Beim Netzausbau dauere es jedoch "aktuell weit über zehn Jahre. So kann die Energiewende nicht funktionieren!"

Ein Beispiel dafür sei die Region Ostwestfalen-Lippe, führt Lackmann aus. Dort bekannte Engpässe zwischen Paderborn und Nordhessen sollen demnach erst 2030 beseitigt werden. Doch bereits heute werde jährlich erneuerbarer Strom abgeregelt, der rechnerisch rund 90.000 Haushalte versorgen könnte.

Milliardeninvestitionen unter Druck

Außerdem stünden erhebliche Investitionen auf dem Spiel: In der Region sind dem Hellwegwind-Geschäftsführer zufolge in den kommenden 15 Jahren rund 16 Milliarden Euro für erneuerbare Energien geplant, davon etwa sieben Milliarden Euro für die Windenergie.

Landesweit beziffert der LEE NRW das Investitionsvolumen der bereits genehmigten rund 6100 MW auf knapp zehn Milliarden Euro. Weitere Probleme bereiteten der "Dauerbrenner" marode Autobahnen und Brücken sowie die 2026 anstehende EEG-Novelle "mit noch unklarem Ausgang", kritisiert der Verband.

Windkraft bundesweit mit Auftrieb

Die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zeichnete sich bereits im Oktober ab. Auch bundesweit zeigt sich 2025 eine deutliche Belebung des Windenergieausbaus, wenn auch mit starken Unterschieden zwischen den Ländern.

Während NRW inzwischen klar die Spitzenposition einnimmt, folgen Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern mit Abstand. Eine Übersicht der Ausbauzahlen in den Bundesländern finden Sie hier.

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