Die Bundesnetzagentur meldete bislang für dieses Jahr sieben Geschäftsaufgaben im Strom- und Gasbereich. (Symbolbild)

Die Bundesnetzagentur meldete bislang für dieses Jahr sieben Geschäftsaufgaben im Strom- und Gasbereich. (Symbolbild)

Bild: © American Public Power Association/Unsplash

Der Energieversorger Wemag mit Sitz in Schwerin hat im zurückliegenden Jahr nach eigenen Angaben zweieinhalbmal so viel Energie in das Leitungsnetz eingespeist, wie in seinem Verbreitungsgebiet verbraucht wurde. An 354 Tagen sei es zu sogenannten Rückspeisungen gekommen, meist über mehrere Stunden, an 142 dieser Tage sogar ganztags, sagte Tim Stieger vom regionalen Verteilnetzbetreiber Wemag Netz GmbH. 

Windräder, Solaranlagen und Biogasanlagen speisen laut Unternehmen im Netzgebiet der Wemag, das den Großteil Westmecklenburgs, Nordwestbrandenburg sowie den Osten Niedersachsens umfasst, grünen Strom ein. Die Erzeugungsleistung summiere sich auf knapp 2800 Megawatt. Im Vorjahr seien 4.100 Gigawattstunden Strom produziert worden, ausreichend, um gut eine Million Haushalte zu versorgen. 

Stieger verwies darauf, dass es zahlreiche Anträge für die Errichtung weiterer Wind- und Solarparks in der Region gebe. Würden sie alle genehmigt, steige die installierte Erzeugungsleistung auf mehr als das Fünffache. 

Das erfordere einen weiteren Ausbau der Stromnetze, um die Elektroenergie dorthin zu transportieren, wo sie benötigt werde, in den Industriezentren im Süden und Westen. Die Wemag, mit knapp 800 Beschäftigten größtes eigenständiges Energieunternehmen in MV, plane für ihr Verteilnetz für die kommenden zehn Jahre Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Und auch die Betreiber der großen überregionalen Übertragungsnetze würden weiter investieren.

Stieger fordert zügige Baugenehmigungen

Damit der Netzausbau mit der Erweiterung der Produktionskapazitäten für Ökostrom schritthalten könne, müssten auch die Baugenehmigungen zügig erfolgen. "Wir brauchen Beschleunigungstatbestände", sagte Stieger. Zudem sprach er sich für eine bundesweit gerechte Verteilung der Netzausbaukosten aus. Erste Schritte seien angekündigt. 

Bislang sind die Stromkosten durch die Netzentgelte im Norden höher als in vielen anderen Gebieten Deutschlands. Dies und die vergleichsweise geringe Partizipation der Bevölkerung an den Erträgen von Wind- und Solarparks gelten als wesentliche Gründe für die in MV vielerorts fehlende Akzeptanz der Energiewende. Die Landesregierung will das mit einer Reform des Gemeinde- und Bürgerbeteiligungsgesetzes ändern. Ein Entwurf dafür liegt noch nicht vor. (dpa/amo)

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