Thomas Stock ist Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Arnsberg im Sauerland.

Thomas Stock ist Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Arnsberg im Sauerland.

Bild: © SW Arnsberg

Die Stadtwerke Arnsberg haben ihr Vertriebsportfolio um ein Regionalstromprodukt erweitert. Der Kunde bezieht dabei bei dem heimischen Energieversorger Strom aus regenerativen Anlagen in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Arnsberg. Hierbei handelt es sich um EEG-geförderte Anlagen mit Regionalnachweisen des Umweltbundesamts.

Der Kommunalversorger aus dem Sauerland setzt dabei auf die White-Label-Lösung stromodul der Stadtwerke Soest und der Rheinenergie. Herzstück ist eine digitale Plattform.

Start mit zwei PV-Anlagen

Zum Start wird Regionalstrom aus zwei PV-Anlagen verwendet. Eine befindet sich auf dem Dach der Stadtwerke Arnsberg, eine weitere auf einer 550 kWp-Anlage auf einer Indoor-Kartbahn in Arnsberg. "Wir integrieren in einem ersten Schritt PV-Anlagen ab 80 kWp aufwärts", erklärt Thomas Stock, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, Marketing und Energieerzeugung bei den Stadtwerken Arnsberg.

Laut dem Vertriebsleiter werden in den nächsten zwei bis drei Wochen aber auch erste Windkraftanlagen sowie eine eigene Wasserkraftanlage in das Produkt integriert. Perspektivisch soll auch eine stromgeführte Biogasanlage hinzukommen, zudem könnten künftig perspektivisch zusätzlich Blockheizkraftwerke berücksichtigt werden.

Im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Arnsberg habe man frühzeitig mit dem Ausbau von Windenergie begonnen, so Stock weiter. Deshalb gebe es eine Vielzahl an Anlagen, die 2021 aus der EEG-Förderung fallen.

Wachsendes Interesse der Anlagenbetreiber

Nach intensiver Informationsarbeit des Kommunalversorgers hätten viele Anlagenbetreiber gemerkt, dass das Regionalstromprodukt für sie auch eine Chance sein kann und zeigten steigendes Interesse an einer Zertifizierung der Anlagen, betont Stock.

Den Anlagenbetreibern bieten die Stadtwerke einen Abnahmepreis, der sich am Börsenniveau orientiert und aktuell im Bereich von rund drei Cent bewegt. Für jede verkaufte Kilowattstunde erhalten die Erzeuger  respektive Betreiber 0,5 Cent zusätzlich.

Bei der Vertragsgestaltung präferierten die Stadtwerke langfristige Verträge ab zwei Jahren, auch im Sinne einer langfristigen Bindung der Anlage, heißt es weiter. "Aufgrund der momentanen Unsicherheit rund um die Ausgestaltung der EEG-Novelle und der Möglichkeit, dass die Förderung doch noch eine Zeit lang weiter läuft, akzeptieren wir aber auch Jahresverträge", versichert Stock.

Akzeptqanz für Erneuerbare steigern

Der neue Tarif solle die Akzeptanz für die erneuerbaren Energien  vor Ort steigern, aber natürlich auch den eigenen Vertrieb beflügeln. „Bisher gingen wir davon aus, dass vielleicht nur drei bis vier Prozent der Kunden für so ein Produkt affin sind".

"Aufgrund des Gretaeffekts und des zunehmenden  Klimaschutzbewusstseins halten wir es nicht für unrealistisch, in den nächsten zwei bis drei Jahren 30 Prozent unserer Stromkunden für dieses Angebot gewinnen zu können", bekräftigt Stock. Dazu trage insbesondere auch der starke Regionalitätscharakter des Produktes bei.

Aktuell liege der Regionalstromtarif leicht unter den Angeboten klassischer Grünstromvertriebe wie Naturstrom oder Greenpeace Energy und rund 1,5 Cent pro kWh über dem Ökostromtarif der Stadtwerke Arnsberg. Der Arbeitspreis der Stadtwerke liegt bei 29,70 Cent brutto.

Individueller Strommix möglich

Verbraucher können, nach Verfügbarkeit, online die Anlagen auswählen, die sie in ihrem individuellen Strommix haben möchten. Für Unentschlossene bieten die Stadtwerke einen voreingestellten Mix an. Verfügbar ist der Regionalstrom ab dem 1. Januar 2021.

Darüber hinaus könnten Kunden den Einspeiseverlauf und die Abdeckung ihres Strommixes aus den gewählten Anlagen zu jeder Zeit nachvollziehen. Sei die Stromlieferung aus den Wunschanlagen erschöpft, liefere der Kommunalversorger die Reststrommenge aus seinem Ökostrom-Portfolio. (hoe)

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