2023 war das beste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen für neue Offshore-Windanlagen sowohl in der EU als auch in ganz Europa. Europa baute im vergangenen Jahr insgesamt 4,2 GW an Offshore-Wind hinzu, wie aus Zahlen des Branchenverbandes WindEurope hervorgeht. Demnach sind 1,7 GW mehr als 2022 installiert worden. 3 GW davon entfielen auf die EU, was einem Anstieg von 2,1 GW gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die meisten neuen Kapazitäten entstanden im abgelaufenen Jahr in den Niederlanden, in Frankreich und in Großbritannien. Dazu gehört auch das 1,5-GW-Projekt "Hollandse Kust Zuid" in den Niederlanden – heute der größte operative Windpark der Welt. (Die ZfK berichtete.)
Investitionen auf Rekordhoch
Auch die Investitionen in künftige Windparks erreichten einen neuen Höchststand: Über 30 Mrd. Euro fließen in acht Projekte. So werden 9 GW an neuen Offshore-Kapazitäten finanziert.
Damit hat sich der Markt wieder erholt, nachdem die Investitionen im Jahr 2022 auf ein Allzeittief gefallen waren. Zahlreiche Investitionsentscheidungen, die 2022 noch verschoben wurden, haben die Unternehmen laut WindEurope nun nachgeholt.
8 GW in Deutschland
Wenn alle Länder ihre 2024-Auktionen wie geplant durchführen, werden in diesem Jahr mindestens 40 GW versteigert. Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande gehören zu den fünf Ländern, die in den nächsten zwei Jahren die größten Kapazitäten ausschreiben.
Allein Deutschland wird 2024 demnach 8 GW versteigern. Zum Vergleich: Europa schrieb 2023 insgesamt 13,5 GW an neuen Offshore-Windkapazitäten aus.
"Diesen Ausbau sollten wir industriepolitisch flankieren, um mögliche Engpässe zu beseitigen sowie um einen hohen Anteil an Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland und Europa zu erreichen", kommentiert Stefan Thimm, Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie Offshore (BWO).
Investitionen in Häfen
So fordern zahlreiche Branchenvebrände etwa mehr Investitionen in die Häfen in Deutschland. (Die ZfK berichtete.) Darüber hinaus gibt es auch Kritik am derzeitigen Ausschreibungsdesign. (Die ZfK berichtete.)
In Deutschland waren zur Jahresmitte 2023 nach Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie mehr als 1500 Windenergieanlagen auf See mit einer Gesamtleistung von 8,4 GW in Betrieb. (jk)
