Lithium-Ionen-Batteriespeicher und Wallbox in einer Garage (Symbolbild)

Lithium-Ionen-Batteriespeicher und Wallbox in einer Garage (Symbolbild)

Bild: © malp/AdobeStock

Der Markt für Batterie-Energiespeichersysteme, sogenannte BESS, wächst stark, insbesondere im Bereich der privaten PV-Anlagen. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Heimspeichermarkt ein Wachstum von über 40 Prozent, zeigen Zahlen des Branchenverbandes BVES. Bei schätzungsweise 90 Prozent der neu eingebauten PV-Anlagen für Privatkunden werden Speicher mitgeliefert.

Jedoch mehren sich bei Kunden die Bedenken, was die Sicherheit der Technologie angeht: So ereignete sich etwa im vergangenen Jahr eine Brandserie bei Heimspeichern, über die auch die ZfK berichtete. Zwar liegt das Feuerrisiko laut aktuellen Zahlen weiterhin bei deutlich unter einem Prozent.

Sicherheitsbedenken bremsen

Dennoch sorgen Sicherheitsbedenken bei Privatkunden laut einem aktuellen Bericht des Speicherunternehmens Sigenergy und der Beratung THEnergy mittlerweile dafür, dass der Markt weniger stark wächst, als es möglich wäre.

Der Bericht mit dem Titel "Energy Storage Battery Safety in Residential Applications" beleuchtet deshalb den aktuellen Stand der BESS-Sicherheit und klärt darüber auf, wie sich Risiken verringern lassen. Zudem zeigt das Papier auf, wie Anbieter die Batteriesicherheit verbessern und das Vertrauen möglicher Kunden zurückgewinnen können.

Zusätzliche Sicherheitskonzepte

Der Report stellt dabei zum einen eine Diskrepanz zwischen Kostenoptimierung und Batteriesicherheit bei einer Vielzahl von Herstellern fest. Normen und Zertifizierungen setzten zwar Marktstandards, deckten aber oft nicht die wichtigsten Sicherheitsbedenken von Privatkunden ab.

Aus Sicht der Verfasser ist es daher wichtig, über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zusätzliche Sicherheitskonzepte umzusetzen, um Bedenken wirksam zu begegnen. Laut den Branchenexperten seien viele Kunden auch bereit, für über Marktstandards hinausgehende Sicherheitsmaßnahmen mehr zu zahlen.

Möglichst einfache Installation

Als größtes Risiko nennt der Bericht dabei das sogenannte Thermische Durchgehen (engl. thermal runaway), bei dem Speicherzellen sich in einem sich selbst verstärkenden Prozess immer weiter erhitzen. Um diesem entgegenzuwirken, schlagen die Experten zahlreiche Maßnahmen vor, etwa auf die Elemente Nickel, Kobalt und Mangan in der Speicherproduktion zu verzichten, da diese Stoffe stärker auf thermische Effekte reagieren.

Auch soll die Installation von Speichern möglichst einfach erfolgen. Stapelbare Verbindungen seien besser als externe Verkabelungen, um etwa Kurzschlüssen vorbeizubeugen. Auch Schutzmaßnahmen gegen eine Überladung von Zellen seien dringend anzuraten, so die Verfasser. (jk)

Zum Bericht (auf engl.) geht es hier

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