Der Essener Energiekonzern Steag entwickelt gemeinsam mit dem Stahlproduzenten Arcelor Mittal Bremen GmbH ein passgenaues und ressourcenschonendes Energiekonzept für den Kokerei-Standort in Bottrop. Die Anlage wird der gleichzeitigen Produktion von Strom, Wärme und Dampf dienen. Ihr Herzstück ist ein modernes Gemeinschaftskraftwerk, das auf der Fläche der RAG Zentralwerkstatt der ehemaligen Zeche Prosper Haniel entstehen soll.
Das neue Kraftwerk soll die Gase, die während der Produktion in der Kokerei Prosper anfallen, klimafreundlich verwerten. Die Anlage wird nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung arbeiten und einen Effizienzgrad von rund 80 Prozent aufweisen. Mit dieser Technik hat die Steag viel Erfahrung, weil sie damit an einer ganzen Reihe von alten Zechenstandorten das anfallende Grubengas nutzbringend umwandelt. Die Inbetriebnahme des neuen Steag-Gemeinschaftskraftwerkes ist für Mitte 2023 geplant.
Technischer Mehrwert macht die Anlage attraktiv
Rund 110 MW Strom wird das Kraftwerk erzeugen. Der wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und kann den jährlichen Strombedarf von mehr als 200.000 Haushalten decken. Die gleichzeitig mit einer Leistung von bis zu 60 MW gewonnene Fernwärme wird in das Fernwärme-Verteilnetz in Bottrop eingeleitet und kann rechnerisch rund 3.000 Haushalte mit Heizenergie und Warmwasser versorgen. Darüber hinaus wird in dem Kraftwerk Prozessdampf ausgekoppelt, der für den Kokereiprozess benötigt wird.
Die Dampferzeugung, die für Arcelor Mittal eine Grundlage für den Kokereibetrieb in Bottrop ist, stellt technisch gesehen für die beiden Partner das entscheidende Plus dar. Damit kann einerseits die moderne Anlage die bisherigen Dampferzeuger am Standort ablösen. Das kontinuierlich anfallende Kokereigases sorgt andererseits dafür, dass das neue Gemeinschaftskraftwerk als sogenanntes Grundlast-Kraftwerk ausgelegt werden kann. Das projektierte Gebäude soll sich städtebaulich in die bestehende Industrie-Kulisse einfügen.
Gemeinsame Gesellschaft in Gründung
Die Genehmigung des Kraftwerks wird nach den geltenden Bestimmungen für Kraftwerksanlagen gemäß dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beantragt. Für die weitere Projektentwicklung befindet sich die "Gemeinschaftskraftwerk Bottrop GmbH" mit Sitz in Bottrop durch Steag in der Gründung. Bis Ende des Jahres 2019 wird sich Arcelor Mittal Bremen mit 50 Prozent an dieser Projektgesellschaft beteiligen. Die dafür notwendige kartellrechtliche Prüfung wurde bei den zuständigen Stellen bereits in die Wege geleitet. (sig)



