Der Mai hatte für den deutschen Strommarkt manche Überraschung parat.

Der Mai hatte für den deutschen Strommarkt manche Überraschung parat.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Stürmischer Anfang, sonniger Schluss und dazwischen so viel Kälte wie schon lange nicht mehr: Das diesjährige Maiwetter hat sich überaus launisch präsentiert und nebenzu am Strommarkt gleich zwei neue Öko-Rekorde aufgestellt.

Nach Angaben des Energiekonzerns Eon wurden im vergangenen Monat mehr als 21 TWh Grünstrom ins Netz eingespeist — mehr als je zuvor in einem Mai. Der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts zufolge produzierten erneuerbare Anlagen sogar 23 TWh Strom. Das entsprach knapp drei Fünftel des insgesamt erzeugten Stroms in Deutschland.

Zwei Sturmtiefs bringen Windräder auf Touren

Windreich ging es vor allem Anfang des Monats sowie über Pfingsten zu, als die Sturmtiefs "Eugen" und "Marco" über die Bundesrepublik fegten und Windkraftanlagen auf Hochtouren liefen. In der Spitze wurden mehr als 43 GW ins Netz eingespeist.

Sonne satt gab es vor allem am Muttertag sowie an den letzten Maitagen. Sowohl am 9. als auch am 31. Mai wurden bis zu 31 GW Solarstrom erzeugt.

Neue Solarrekorde für Mai-Wochenenden

Am 8. und 9. Mai wurden nach Eon-Angaben insgesamt etwa 525 Mio. kWh Solarstrom ins allgemeine Stromnetz eingespeist — ein neuer Rekord für ein Mai-Wochenende.

Dieser hielt jedoch nur drei Wochen. Denn am letzten Maiwochenende (29./30. Mai) waren es demnach mehr als 543 Mio. kWh.

Mai diesmal kein Wonnemonat

Die Eon-Berechnungen stammen von hauseigenen Analysten aus München, die auf Grundlage von Daten der Bundesnetzagentur, Wetterprognosen sowie erwarteten Energiemengen im Strommarkt erneuerbare Energien vermarkten.

Seinem Ruf als Wonnemonat wurde der Mai trotz Sonne allerdings nicht gerecht. Vielmehr war er der kälteste seit elf Jahren.

Hohe Strom- und Gaspreise

Auch das schlug sich am Strommarkt nieder. Kalte Temperaturen stützten vergleichsweise hohe Strom- und Gaspreise. Die Frontmonatskontrakte Strom Base schlossen bei deutlich mehr als 60 Euro pro MWh ab. Die Gaspreise im Spot- und Terminmarkt wiederum bewegten sich fast durchgängig bei mehr als 20 Euro pro MWh. (ab)

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