Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Zuerst fegte Sturmtief "Klaus", dann "Luis" über Deutschland und brachte die Windräder ordentlich zum Drehen.

Bild: © Roland Weihrauch/dpa

Zwei Stürme haben dem deutschen Energiemarkt einen turbulenten Maiauftakt beschert.

Der eine Sturm hieß Eugen, kam vom Westen, riss Bäume und Ziegel mit sich und brachte deutsche Windräder ordentlich zum Drehen. Einen Windrekord verzeichnete die Bundesrepublik diese Woche zwar nicht. Nah heran kam die Windbranche aber schon. In der Spitze speiste sie Dienstagmittag mehr als 43 Gigawatt ein.

CO2-Preis an 50-Euro-Grenze

Die Folge: Die Preise am Strom-Spotmarkt purzelten nach unten, am Mittwoch sogar noch mehr als am Dienstag, auf Negativpreise von bis zu 36,71 Euro. Gestärkt von Solarenergie erzeugte Deutschland Mittwochmittag (12-13 Uhr) mehr als 83 Gigawattstunden (GWh) Strom. Das waren über 13 GWh mehr, als das Land an Strom verbrauchte, wie Daten der Bundesnetzagentur zeigen.

Der zweite Sturm entstand in Brüssel und wirbelte über Karlsruhe bis nach Berlin. Weil inzwischen nicht mehr nur die EU ihre Klimaziele verschärfen will, sondern — nach einem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts — nun auch die Bundesregierung, kletterte der CO2-Preis weiter nach oben. Er notiert inzwischen an der 50-Euro-Grenze.

Gaspreise auf Viermonatshoch

Die Folge: Strom- und Gaspreise am Terminmarkt scheinen ebenfalls nur noch einen Weg zu kennen, den nach oben. Der Monats- und Jahres-Frontkontrakte Strom (Base) liegen inzwischen bei mehr als 60 Euro pro MWh und damit knapp zehn Euro über dem Vormonatswert.

Die Gaspreise wiederum schossen auf ein Viermonatshoch. Sie nähern sich immer mehr der 25-Euro-Marke. Der Tageswert im NCG-Marktgebiet etwa notierte am 4. Mai bei 23,99 Euro pro MWh. Vor einem Monat war er noch bei 20,83 Euro pro MWh gelegen.

Leere Gasspeicher

Dabei stützten nicht nur steigende CO2-Preise die Gaskurse, sondern auch hohe Ölpreise, kalte Temperaturen und leere Gasspeicher. Letztere sind lediglich zu einem Viertel gefüllt, was Händlern zunehmend Sorgen bereitet. Vielleicht braut sich hier schon der nächste Sturm zusammen. (ab)

Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

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