Da viele Unternehmen aus verschiedenen Sektoren in die Hauptstadt ansiedeln wollen, muss dafür die Infrastruktur der Stadt vorbereitet und ausgebaut werden. Daher wird Stromnetz Berlin die Netzkapazität bis Mitte der 2030er Jahre auf mehr als vier Gigawatt verdoppeln. Wer dabei künftig wann welche Leistung für seinen Stromnetzanschluss bekommt, wird von sofort an neu geregelt.
Stromnetz Berlin hat dazu ein transparentes Zuteilungsverfahren für Netzanschlüsse mit sehr großen Leistungsbedarfen eingeführt. Das neue Verfahren bezieht sich nur auf Netzanschlüsse mit mehr als 3,5 Megawatt Anschlussleistung – zum Beispiel Rechenzentren oder Großwärmepumpen. Für mehr als 99 Prozent der Kundinnen und Kunden in Berlin ändert sich nichts. Sprich Mehr- und Einfamilienhäuser sowie Gewerbebetriebe erhalten auch weiter kurzfristig einen Anschluss an das Berliner Stromnetz – das gelte auch für Wallboxen oder Wärmepumpen.
Das ändert sich:
Bei sehr großen Netzanschlüssen war bisher die zeitliche Reihenfolge der vollständig gestellten Anfragen entscheidend. Künftig werden verfügbare Kapazitäten nach Netzgebieten in der Stadt jeweils jährlich und zu gleichen Teilen auf alle Anfragenden verteilt. Das neue Vergabesystem wird auch als Repartierung bezeichnet.
Die zu verteilenden Kapazitäten werden einmal im Jahr ermittelt und auf der Webseite von Stromnetz Berlin veröffentlicht. „Mit dem stetigen Ausbau unserer Netze und unserem neuen Zuteilungsverfahren für sehr große Stromanschlüsse schaffen wir noch mehr Planungssicherheit, Transparenz und Fairness für die Unternehmen", erklärte dazu Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Stromnetz Berlin führt ihr zufolge als einer der ersten deutschen Netzbetreiber dieses innovative Verfahren ein. "Außerdem arbeiten wir daran, in den nächsten zehn Jahren unsere Stromnetzkapazitäten zu verdoppeln", so Giffey.
Große Netzanschlüsse bilden die Ausnahme
„Unser Netz ist weiter sehr gut für alle Anfragen für Netzanschlüsse gerüstet. Mehr als 99 Prozent der Anschlussanfragen werden wie gehabt kurzfristig bearbeitet. Wer in diesem Bereich einen Netzanschluss möchte, bekommt ihn auch", erklärte Erik Landeck, Vorsitzender der Geschäftsführung von Stromnetz Berlin. Die kleine Kundengruppe, die jeweils sehr große Netzanschlüsse anfragt, bilde hier eine Ausnahme.
"Ein Rechenzentrum beispielsweise benötigt einen Netzanschluss, der für die ganze Stadt Potsdam ausreichend wäre. Solche Kapazitäten können wir auch künftig anbieten – jedoch möglicherweise nicht jedes Jahr, nicht auf einmal und vielleicht auch nicht an jedem Ort in unserer Stadt.“ (sg)



