Die erste volle Novemberwoche präsentierte sich neblig und trist. Die Auswirkungen bekam auch der Strommarkt zu spüren.

Die erste volle Novemberwoche präsentierte sich neblig und trist. Die Auswirkungen bekam auch der Strommarkt zu spüren.

Bild: © Jens Büttner/dpa

Der November, berüchtigt als besonders grauer und kalter Monat, hat standesgemäß begonnen und sogleich die Strompreise in die Höhe schießen lassen. Der durchschnittliche Day-Ahead-Preis lag in der abgelaufenen Kalenderwoche bei 146 Euro pro Megawattstunde (MWh) Grundlast. Damit wurde der bisherige Wochenhöchstwert in diesem Jahr (133 Euro pro MWh) deutlich übertroffen.

Die Zahlen sind der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts entnommen. Energy-Charts verwendet Daten der Kurzfristbörse Epex Spot sowie des Übertragungsnetzbetreiberverbands Entso-E. Ausgewertet wurden arithmetische Day-Ahead-Preise. Wenn man die durchschnittlichen Day-Ahead-Preise nach eingespeistem Strom gewichtet, ist der Abstand sogar noch größer. Für die vergangene Woche wurden in diesem Fall 162 Euro pro MWh ausgerechnet. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 120 Euro pro MWh locker geknackt.

Dunkelflaute-Tiefpunkt Mittwoch

Deutschland erlebte gleich zu Beginn des Winters seine erste größere Dunkelflaute. Heißt: Wind- und Solarstrom wurden wetterbedingt zur Mangelware. Die Folge: In keiner einzigen Stunde war mehr erneuerbarer als fossiler Strom im öffentlichen Netz.

Zusammen steuerten Wind- und Solarstrom in der vergangenen Woche gerade einmal etwas mehr als eine Terawattstunde (TWh) bei. Zum Vergleich: In den 44 Wochen zuvor erreichten Wind- und Solarstrom jedes Mal deutlich mehr als 2 TWh. In der Spitze waren es sogar mehr als 6 TWh.

Am Mittwoch produzierten Windkraft- und Solaranlagen fast überhaupt keinen Strom. In der Folge wurden laut Branchendienst "Montel" selbst 700 Megawatt (MW) Ölkraftwerke ans Netz gebracht. Die Preise schossen in der Spitze auf 820 Euro pro MWh hoch.

Insgesamt dominierten fossile Energieträger den Strommix der Kalenderwoche 45. Auf Platz eins rangierte die Braunkohle mit 28 Prozent, gefolgt von Erdgas mit 25 Prozent und Steinkohle mit 14 Prozent.

Tibber mit Warnmeldung

Auf Endkundenseite sind die hohen Strompreisausschläge vor allem für Nutzer dynamischer Tarife ein Problem. Anbieter Tibber gab am Mittwoch eine Warnmeldung heraus. "Zwischen 15 und 21 Uhr steigen die Preise pro Kilowattstunde enorm an und liegen zwischen 17 und 19 Uhr sogar über der Ein-Euro-Marke (inkl. Steuern und Abgaben)", schrieb er.

Laut Deutschem Wetterdienst dürfte es in den kommenden Tagen erst einmal mit wenig Wind und Sonne weitergehen. Erst für Mittwochnachmittag werden lokale Auflockerungen und teilweise längerer Sonnenschein erwartet. Auch Stromhändler bleiben zurückhaltend. Die Day-Ahead-Auktion für diesen Montag ergab einen Durchschnittspreis von 122 Euro pro MWh Grundlast. Dies entspricht einem leichten Anstieg gegenüber den Wochenendpreisen. Strom bleibt damit deutlich teurer als im bisherigen Jahresdurchschnitt (75 Euro pro MWh). (aba)

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