Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Die Stadtwerke Stuttgart sollen bis 2035 pro Jahr rund 1,7 Mrd. kWh Ökostrom aus eigenen Anlagen produzieren.

Bild: © Soonthorn/AdobeStock.com

Der Zubau von Strom aus erneuerbaren Energien hat im Jahr 2022 die Brennstoffkosten des Stromsektors weltweit gesenkt. Die seit dem Jahr 2000 gebauten Kapazitäten senken die Brennstoffkosten des Stromsektors im Jahr 2022 um mindestens 520 Mrd. USD, wie die Studie "Renewable Power Generation Costs in 2022" der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (Irena) zeigt.

Zusätzlich zu den direkten Kosteneinsparungen ergeben sich außerdem erhebliche wirtschaftliche Vorteile aus der Verringerung der CO2-Emissionen und der lokalen Luftschadstoffe, wie die Organisation ausführt. Ohne den Ausbau der erneuerbaren Energien in den letzten zwei Jahrzehnten wären die wirtschaftlichen Auswirkungen des Preisschocks für fossile Brennstoffe im Jahr 2022 zudem weitaus gravierender ausgefallen.

"Das Jahr 2022 ist ein echter Wendepunkt für den Einsatz erneuerbarer Energien, da ihre Kostenwettbewerbsfähigkeit trotz der anhaltenden Inflation der Rohstoff- und Ausrüstungskosten in der ganzen Welt noch nie so groß war", sagt Francesco La Camera, Generaldirektor, Irena.

Die von dem historischen Preisschock am stärksten betroffenen Regionen hätten sich als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen, was zum großen Teil dem massiven Ausbau der Solar- und Windenergie in den letzten zehn Jahren zu verdanken sei.

Dennoch müsse die Welt bis 2030 jedes Jahr im Durchschnitt 1000 GW an erneuerbarer Energie installieren, um das Klimaziel einer maximalen Erderwärmung von 1,5°C in Reichweite zu halten. Dies stelle mehr als das Dreifache des Niveaus von 2022 dar.

Kosten sinken unterschiedlich

Die Inflation der Rohstoff- und Ausrüstungskosten im Jahr 2022 hätten außerdem dazu geführt, dass die Kosten in den einzelnen Ländern im Jahr 2022 sehr unterschiedlich ausfielen, so der neue Irena-Bericht. Auf globaler Ebene sanken die gewichteten Durchschnittskosten für Strom aus Photovoltaik um 3 Prozent, für Onshore-Wind um 5 Prozent, für konzentrierende Solarenergie um 2 Prozent, für Bioenergie um 13 Prozent und für Geothermie um 22 Prozent.

Lediglich die Kosten für Offshore-Windkraft und Wasserkraft stiegen um 2 Prozent beziehungswiese 18 Prozent, was auf den geringeren Anteil Chinas an der Offshore-Windkraftnutzung im Jahr 2022 und auf Kostenüberschreitungen bei einer Reihe großer Wasserkraftprojekte zurückzuführen sei.

89 Prozent weniger

In den letzten 13 bis 15 Jahren sind die Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windenergie gesunken. Zwischen 2010 und 2022 wurden Solar- und Windenergie auch ohne finanzielle Unterstützung wettbewerbsfähig mit fossilen Brennstoffen.

Die globalen gewichteten Durchschnittskosten für Strom aus Photovoltaik sanken demnach um 89 Prozent auf 0,049 USD/kWh. Die sei fast ein Drittel weniger als der billigste fossile Brennstoff weltweit. Bei der Onshore-Windkraft betrug der Rückgang 69 Prozent auf 0,033 USD/kWh im Jahr 2022, also etwas weniger als die Hälfte der Kosten der billigsten mit fossilen Brennstoffen betriebenen Option im Jahr 2022.

Schutz vor Preisschocks

Der Irena-Bericht kommt zu dem Schluss, dass die zu erwartenden hohen Preise für fossile Brennstoffe den Strukturwandel zementieren werden, der dazu geführt hat, dass die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien die kostengünstigste Quelle für neue Stromerzeugung geworden ist und sogar die bestehenden Erzeuger fossiler Brennstoffe unterboten hat. Erneuerbare Energien können die Verbraucher demnach vor Preisschocks bei fossilen Brennstoffen schützen, physische Versorgungsengpässe vermeiden und die Energiesicherheit erhöhen. (jk)

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