Gemeinsames Startsignal für den Probebetrieb des SuperLink (von links): Prof. Robert Bach, FH Südwestfalen, Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer SWM, Michael Hjorth, NKT, Ralf Egen, Projektträger Jülich, Werner Prusseit, Geschäftsführer Theva, Anders Jensen NKT, Lukas Sidler, NKT, Klaus Ohlig, Linde

Gemeinsames Startsignal für den Probebetrieb des SuperLink (von links): Prof. Robert Bach, FH Südwestfalen, Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer SWM, Michael Hjorth, NKT, Ralf Egen, Projektträger Jülich, Werner Prusseit, Geschäftsführer Theva, Anders Jensen NKT, Lukas Sidler, NKT, Klaus Ohlig, Linde

Bild: © Vauel

„Können Sie sich vorstellen, mit dieser Technik die Stromversorgung einer Stadt wie München sicherzustellen? – Darüber müsste man mal nachdenken.“ Mit diesem Dialog begannen im Jahr 2016 die Überlegungen, einen 110.000-Volt-Supraleiter für München zu bauen – den Super-Link. Jetzt konnte der Prototyp erfolgreich im SWM Hauptumspannwerk Menzing in Betrieb genommen werden – als der weltweit erste Hochspannungssupraleiter, der alle Komponenten enthält, die für eine Langstreckenverlegung innerhalb einer Großstadt sowie über Land erforderlich sind.
 
Gemeinsam mit den Projektpartnern NKT (Köln), Theva (Ismaning), Linde (München), dem Karlsruher Institute of Technology und der Fachhochschule Südwestfalen hat der Netzbetreiber SWM Infrastruktur einen Supraleiter entwickelt, getestet und im Münchner Stromnetz eingebaut. Gefördert wird das Forschungsvorhaben im Auftrag der Bundesregierung durch den Projektträger Jülich.

Grundlage für die Stromnetze der Zukunft

Die Technik basiert auf der Grundlagenforschung des deutschen Physikers Johannes Georg Bednorz, der 1987 für die Entdeckung der Hochtemperatursupraleitung gemeinsam mit dem Schweizer Karl Alexander Müller den Physiknobelpreis erhielt. Mit einer Supraleitung können große Mengen elektrischer Energie nahezu verlustfrei transportiert werden. Herausforderungen im Forschungsprojekt waren dabei vor allem die Funktionalität des Supraleiters, die Kabelverbindungstechnik, die Kühltechnik, der Kühlkreislauf und die Langzeitstabilität der Leitungstechnik.

Weltweites Interesse und weltweiter Bedarf

Die Nutzung von Supraleitern könnte wegweisend für zukünftige Energienetze von Metropolen sein. An dieser Technik wird in vielen Ländern geforscht. Denn, über die Anforderungen der Energiewende in Deutschland hinaus, besteht in allen Industrieländern der Bedarf zusätzlicher Energietransporte in Ballungsräume und zu Industriezentren. Supraleiter verbessern darüber hinaus die Nachhaltigkeit der Stromversorgung. Sie können zum einen mehr Strom transportieren, wodurch geringere Leitungstrassen notwendig sind. Zum anderen entfallen Leitungsverluste, was zu einer deutlich verbesserten Effizienz und geringeren CO2-Emissionen führt.

Zukünftiger Einsatz im Münchner Stromnetz

Der im SWM Hauptumspannwerk Menzing in Betrieb genommene Supraleiter wird nun im Betrieb auf Herz und Nieren geprüft. Wenn der Prototyp – was zu erwarten ist, so die SWM – die an ihn gestellten Anforderungen erfüllt, soll bei Vorliegen der technisch-wirtschaftlichen Voraussetzungen in München der weltweit erste kommerzielle Hochspannungssupraleiter verlegt werden. (sg)

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