10,6 Mrd. Euro stellt Bund dieses Jahr als Finanzspritze für das EEG-Konto zur Verfügung. Es deutet sich immer mehr an, dass dieses Geld nicht reichen dürfte.

10,6 Mrd. Euro stellt Bund dieses Jahr als Finanzspritze für das EEG-Konto zur Verfügung. Es deutet sich immer mehr an, dass dieses Geld nicht reichen dürfte.

Bild: © wanmo/AdobeStock

Von Julian Korb und Lucas Maier

Repowering, also das Ersetzen alter Komponenten in Windenergie- oder Solaranlagen durch neue, leistungsfähigere Teile, wird für den Leistungszubau bei den erneuerbaren Energien immer wichtiger. 409 Windkraftanlagen an Land sind im ersten Halbjahr 2025 deutschlandweit neu in Betrieb gegangen, wie aus Zahlen der Fachagentur Wind und Solar hervorgeht. Davon sind 138 Anlagen repowert worden – rund 34 Prozent.

Der Repowering-Anteil am Windenergie-Ausbau ist damit gegenüber 2024 und 2023 mit jeweils 33 Prozent nochmal leicht angestiegen. Langfristig dürfte es weiter nach oben gehen. "Repowering wird in einem Jahrzehnt vermutlich über 80 Prozent des Zuwachses ausmachen, da immer weniger neue Flächen hinzukommen", sagt Frank Grafe, der beim Assetmanager CEE Group als Geschäftsführer für die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens zuständig ist.

Der Branchenexperte glaubt jedoch auch, dass bei neuen Windkraftanlagen in den nächsten Jahren der Neubau-Anteil dominant sein wird. Denn die alte Bundesregierung hat dafür gesorgt, dass sehr viele neue Projekte genehmigt worden sind. Durch das Windbeschleunigungsgesetz (WindBGEG) wurden zudem mehr Flächen ausgewiesen.

Bessere rechtliche Bedingungen für Repowering

Langfristig aber dürfte der Repowering-Anteil weiter steigen. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Modernisierung bestehender Anlagen so attraktiv ist wie nie. Das gilt neben Windenergie-Anlagen auch für Solarparks. "Bei der Photovoltaik etwa war Repowering früher ohne Verlust der EEG-Vergütung nicht möglich, das hat sich geändert", erläutert Grafe von der CEE Group. "Beim Wind-Repowering haben mehrere Gesetzesänderungen für eine Verbesserung gesorgt."

So ist Repowering unter anderem durch Änderungen im Immissionsschutzrecht und im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erleichtert worden. Jüngst sorgten auch Vereinfachungen bei Naturschutzprüfungen im Windbeschleunigungsgesetz für eine deutliche Verbesserung. Die anzuwendenden Regelungen unterscheiden sich aber von Standort zu Standort.

Auch das auf Anlagenerneuerung spezialisierte Berliner Unternehmen Nextwind hat deshalb große Pläne. "Repowering ist zwar immer noch ein komplexes, kompliziertes Geschäft, das man beherrschen muss", sagt Werner Süß, Gründer und einer der beiden Chefs von Nextwind. "Die ein oder andere Sache hat sich aber deutlich verbessert."

In den kommenden zwei Jahren will Nextwind durch Repowering aus seinem 1000 Megawatt-Portfolio ein 3000 Megawatt-Portfolio machen. "Das entspricht ungefähr 500 neuen Großanlagen."

Windenergie: Vier- bis sechsfache Leistungssteigerung möglich

Aber nicht nur rechtlich, sondern auch technisch sind die Möglichkeiten deutlich besser geworden. "Im Schnitt bauen wir eine 2-MW-Anlage ab und bauen eine 7-MW-Anlage zu", unterstreicht Gafe von CEE. "Durch das größere Rotorblatt ergibt sich eine 4-6-fache Steigerung."

Bei PV sei immerhin meist mehr als eine Verdoppelung möglich. Eine weitere Verdopplung der Leistung lasse sich durch eine engere Aufstellung bei Modulen erreichen, sofern die betroffene Gemeinde bereit sei, den Bebauungsplan zu ändern.

Bei neuen Windturbinen hält Grafe weitere Effizienzsteigerungen für möglich. Die Steigerungen dürften aber weniger konstant ausfallen als in den Jahren zuvor. Im PV-Bereich haben die Modulhersteller in den letzten Jahren kaum Gewinne gemacht und können deshalb weniger Geld in die Erforschung effizienterer Module stecken. Der Branchenexperte erwartet, dass die Entwicklungskurve im PV-Bereich daher etwas abflacht.

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