Von Pauline Faust
Die BEW Berliner Energie und Wärme konnte kräftig Geld einsammeln. Ende April hat das kommunale Unternehmen seine erste Finanzierungsrunde nach dem Verkauf durch Vattenfall an das Land Berlin abgeschlossen, teilten die Berliner mit. Die BEW ist Betreiberin des Fernwärmesystems der Hauptstadt.
Bei einer gezielten Ansprache von zehn Finanzierungspartnern habe die BEW eine Milliarde Euro einwerben können. Die Konditionen seien deutlich besser als ursprünglich erwartet. Das starke Marktfeedback übertraf die Erwartungen deutlich: Bei einer ursprünglichen Anfrage von 700 Millionen Euro lagen demnach Angebote in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro vor.
"Das enorm starke Marktfeedback bestätigt unsere Strategie: Wir sind finanziell solide aufgestellt, um die Transformation unserer Erzeugung konsequent voranzutreiben und Berlins Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten", so Axel Pinkert, Geschäftsführer Finanzen der BEW Berliner Energie und Wärme.
Acht Banken aus verschiedenen Sektoren – darunter nationale und internationale Groß- und Privatbanken, Landes- und Genossenschaftsbanken – seien als Partner gewonnen worden. Die Finanzierung sichere den Kapitalbedarf der BEW bis mindestens Ende März 2027 und stärke die Basis für die langfristige Wärmewende in Berlin. Sie zahle auf die strategische Ausrichtung der BEW ein und biete neben hoher Planungssicherheit auch Flexibilität für die nächsten Schritte, hin zur langfristig geschlossenen Gesamtfinanzierung der Transformation.
Die BEW stelle sicher, den überwiegenden Teil der Wärmetransformation selbstständig zu finanzieren.
Nächste Schritte: Langfristige Finanzierung bis 2030
Parallel arbeite die BEW kontinuierlich an Rahmenbedingungen für die langfristige Finanzierung des Fremdkapitalbedarfs von rund zwei Milliarden Euro bis 2030. Dazu wird zeitnah ein externes Rating angestrebt, um in der nächsten Finanzierungsrunde noch mehr Investoren anzusprechen und weiterhin günstige Finanzierungskonditionen zu sichern.
Der Start der Finanzierungsrunde ist spätestens für Ende des zweiten Quartals 2026 geplant mit dem Ziel, die aktuelle Brückenfinanzierung durch langfristige Finanzierungen wie Fördermitteldarlehen, Schuldscheindarlehen oder Namensschuldverschreibungen abzulösen und dem langfristigen Charakter der Investitionen näherzukommen.
Nach dem geplanten Ausstieg aus der Steinkohle bis 2030 werde die BEW stabile positive Cashflows generieren und damit eine kontinuierliche Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten ermöglichen. Finanzielle Stabilität – insbesondere durch eine starke Eigenkapitalquote und solide Kapitaldienstfähigkeit – bleibe dabei ein zentrales Ziel.



