Strukturwandel in der Lausitz vom Braunkohlerevier zum Erholungsgebiet: Im Bild das Kraftwerk Boxberg mit davorliegendem Bärwalder See

Strukturwandel in der Lausitz vom Braunkohlerevier zum Erholungsgebiet: Im Bild das Kraftwerk Boxberg mit davorliegendem Bärwalder See

Bild: © HK Fotografie/AdobeStock

Die Untersuchung „Dekarbonisierung von Energieinfrastrukturen“ im Auftrag des Umweltbundesamtes macht deutlich, wie stark die Planungen für das Wärmenetz der Zukunft von den lokalen Randbedingungen abhängig sind.
Anhand dieser haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehrere Ableitungen getroffen, damit bereits 2030 der Anteil der erneuerbaren Wärme bei rund 50 Prozent liegen kann, wie das Institut für Umwelt- und Energieforschung Heidelberg (IFEU) mitteilt.

Wichtig: Es brauche laut Studie ein „Erneuerbare-Wärme-Infrastrukturgesetz“ (EWG) mit folgenden Inhalten:

  • Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) sollte gesetzlich garantiert werden. Diese Förderung stellt die wichtigste Säule für die schnelle Dekarbonisierung der Fernwärme dar. Dies forderten neben den VKU und dem BDEW auch weitere NGOs.
  • Daneben sind kurz-, mittel- und langfristige Anpassungen der Kraft-Wärme-Kopplung(KWK)-Förderung notwendig. Damit soll die Dekarbonisierung von Wärmenetzen flankiert werden. So könnte insbesondere das Fördervolumen für innovative Kraft-Wärme-Kopplung von derzeit 25 MW auf 75 MW halbjährlich erhöht werden.
  • Die kommunale Wärmeplanung sollte zur Pflicht werden: Damit wird für Wärmeversorger die Grundlage geschaffen, welche Stadtgebiete voraussichtlich zukünftig mit Fernwärme versorgt werden und wie Leitungsinfrastrukturen sich entwickeln sollen.
  • Verbindliche Zwischenschritte sind festzuschreiben, mit denen die Wärmenetzbetreiber die Treibhausgasneutralität ihrer Netze bis 2045 erreichen wollen. Sie sollen als Fahrpläne zur Dekarbonisierung im EWG vorgegeben werden.
  • Eine Planungsbeschleunigung für Großspeicher und Großwärmepumpen, eine Pflicht zur Nutzung von Abwärme und die Möglichkeit, Umweltwärme etwa in Trinkwasser zu nutzen, würde neuen Techniken zum schnellen Durchbruch verhelfen.

Die Studie ist unter diesem Link downloadbar. Untersucht wurden verschiedene Möglichkeiten für sechs Fernwärmesysteme, die für die Vielfalt der Wärmenetz-Strukturen in Deutschland stehen: Aachen, Karlsruhe, Chemnitz, Hamburg, Spremberg (Brandenburg) und Großkrotzenburg (Hessen). Alle diese Orte sind bisher stark auf Wärme aus Kohlekraftwerken angewiesen, die sie im Zuge des Kohleausstiegs ersetzen wollen. (gun)

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