Fur jede Stadt wurden 96 Einzelindikatoren untersucht.

Fur jede Stadt wurden 96 Einzelindikatoren untersucht.

Bild: © tampatra/Adobe Stock

Durch den hohen Energiebedarf, den starken Ressourcenverbrauch, die hohe Dichte an Infrastrukturen und die Vielzahl von Akteuren bieten Städte und Kommunen exzellente Hebel, um die Treibhausgasemissionen (THG) signifikant zu reduzieren und die 2030er-Klimaziele zu erreichen. Damit dies gelingen kann, ist jedoch ein strategischer Orientierungsrahmen, der urbane Räume in das nationale Zielsystem aufnimmt, auf optimale Integration lokaler Infrastrukturen und die Vernetzung der Akteure setzt, erforderlich. Dies hat der Abschlussbericht zum Projekt Urbane Energiewende der Deutschen Energie-Agentur (Dena) ergeben.

"Städte und Kommunen spielen eine zentrale Rolle für Energiewende und Klimaschutz. Schließlich werden hier rund 80 Prozent der globalen Treibhausgase emittiert. Ob wir die Energiewende schaffen und das in der EU und Deutschland diskutierte Ziel der Klimaneutralität erreichen, entscheidet sich nicht zuletzt in Städten und Kommunen. Deshalb sollte die Politik Städte stärker in den Fokus nehmen", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.

"CO2-Preis und Revision der Abgaben und Umlagen"

Die urbane Energiewende erfordere einen neuen strategischen Orientierungsrahmen, so Kuhlmann weiter. "Ausgangsbasis ist die Einführung der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Gebäudesektor, ergänzt um eine konsequente Revision der Abgaben- und Umlagesystematik. Weiterhin ist die optimale Integration lokaler Infrastrukturen sicherzustellen. Es gilt, die Energieplanung als Aufgabe der Stadtplanung in die Breite bringen."

Im Abschlussbericht empfiehlt die Dena außerdem vermehrt Grünstrom mit PV-Dachanlagen zu produzieren, um Flächenkonflikte zu vermeiden. Auch Mieterstrommodelle sollten gestärkt werden, indem steuerliche Barrieren und Unsicherheiten beseitigt werden. Weiterhin sei die digitale Nutzung energiebezogener Daten von erheblicher Bedeutung für die urbane Energiewende, denn diese würden die Vernetzung zwischen den Sektoren erst ermöglichen. Dazu müsse man unter anderem die Interoperabilität zwischen den Geräten sicherstellen und einheitliche Regeln schaffen.

"Nutzen statt Abregeln"

Auch die Wärmenetze seien ein wichtiger Baustein der urbanen Energiewende, da über diese sowohl lokal erzeugte erneuerbare Energien und Abwärme als auch Erzeugungsspitzen von überregionalem Grünstrom nach dem Prinzip "Nutzen statt Abregeln" integriert werden könnten. Dazu solle der Bund die Kraft-Wärme-Kopplung zeitnah weiterentwickeln, das angekündigte Förderprogramm zur EE-Fernwärme vorantreiben, sowie eine Anpassung des Gebots zur kurzfristigen Kostenneutralität bei der Umstellung der Wärmelieferung in Mietwohnungen vornehmen, heißt es von der Agentur weiter.

Im Verkehrssektor sollte der ÖPNV zum Rückgrat urbaner Verkehrssysteme werden. Dazu müssten nach Ansicht der Agentur konkrete Klimaziele in Nahverkehrsplänen verankert werden. Sharing-Angebote sollten nur ergänzend genutzt werden. Außerdem müsse die Ladeinfrastruktur weiter ausgebaut werden, um den Markthochlauf der Elektromobilität zu unterstützen. Dafür seien Förderprogramme für eine bessere Wirtschaftlichkeit notwendig. Zusätzlich müssten klare Regeln für netz- und systemdienliches Laden geschaffen werden. (pm)

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