Ein Konzept deckt komplett den Wärmebedarf der Anlage und entlastet die Stadtwerke Leer an vielen Stellen.

Ein Konzept deckt komplett den Wärmebedarf der Anlage und entlastet die Stadtwerke Leer an vielen Stellen.

Bild: © Stadtwerke Leer AöR

Zwei Fliegen mit einer Anlagen-Kombination: Die stetig steigenden Preise für die Klärschlammentsorgung sowie für den Strom gaben 2010 den Denkanstoß. Die Stadtwerke Leer wollten ihre Kläranlage auf eine alternative Energie- und am besten auch Wärmeversorgung umstellen und den anfallenden Schlamm reduzieren. Daraus ergab sich folgendes Konzept: Künftig soll mit dem Klärschlamm in einem Faulturm Biogas erzeugt und dieses in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) verbrannt werden. Die Leistung der Anlage beträgt 150 kW. Je nach Füllstand des Gasspeichers wird das BHKW automatisch zwischen 75 bis 150 kW betrieben. Die Kombination dient dabei nur dem eigenen Bedarf. Aber obwohl der Rohentwurf seit 2017 Gestalt angenommen hatte und die technischen Grundlagen final waren, dauerte die Umsetzung.
 

In der Praxis verläuft der Prozess grob skizziert folgendermaßen: Nachdem der Faulturm mit den beiden Schlammarten befüllt ist, wandeln die vorhandenen Bakterien diese in Faulgas und Faulschlamm um. Das Biogas wird gereinigt und für die BHKW-Nutzung aufbereitet. Der Schlamm selbst wird entwässert und für die landwirtschaftliche Verwertung als Dünger genutzt. "Alleine durch diesen Prozess reduzieren wir unsere Schlammmenge und müssen wesentlich weniger zu hohen Kosten entsorgen", freut sich Uwe Felgenträger, Technischer Leiter bei den Stadtwerken Leer. Das behandelte Faulgas wird wiederum im BHKW verbrannt und liefert so Strom und Wärme.

Den kompletten Artikel können Sie in der neuen ZfK-Ausgabe ab dem 7. Juni 2021 lesen

Kostenüberblick entscheidend

Die Investitionskosten des Projektes betrugen 5,2 Mio. Euro. Wie bei vielen KWK-Projekten profitiert auch dieses von einer Förderung. Die N-Bank, eine Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen, schießt eine Million Euro zu. Der Haken: Die Stadtwerke dürfen keinen anderen Fördertopf, wie die Ausschreibung der Bundesnetzagentur, beanspruchen.

Knifflig war der Überblick bei der Umsetzung. Zwischenzeitlich waren drei Auftragnehmer involviert, die jeweils für die Teilprojekte Vorklärung und Faulung Rechnungen erstellten konnten. Somit sind zum Beispiel insgesamt sechs Schlussrechnungen zu prüfen. Eine Übersicht über die Kostenplanung ist entscheidend: "Wenn ich Rechnungen per Excel oder händisch prüfen müsste, würde das sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem könnte ich viel leichter Nachträge übersehen", merkt Felgenträger an. Deshalb nutzen die Stadtwerke exemplarisch das AVA- und Baukostenmanagementsystem "California.pro". Die Software helfe bei der Orientierung: "Mir fallen Positionen auf, wenn ein Auftragnehmer etwas neu hinzugefügt hat. Dann kann ich Nachträge besser kontrollieren und genehmigen, ohne das Budget zu sprengen." (gun)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper