Der Plan für eines von über 70 Großwärmepumpen-Projekten: Mit einer Wärmeleistung von 150 MW baut die Rheinenergie die größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas. 2027 soll sie ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Der Plan für eines von über 70 Großwärmepumpen-Projekten: Mit einer Wärmeleistung von 150 MW baut die Rheinenergie die größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas. 2027 soll sie ans Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Bild: © Rheinenergie

Norderstedt, Münster, Köln: Immer mehr Stadtwerke setzen auf Großwärmepumpen, um ihre Wärmeversorgung klimaneutral zu stellen. Was macht das mit dem Markt? Ein Interview mit Tobias Hirsch von Everllence, früher MAN Energy Solutions, Senior-Vertriebsmanager für Turbomaschinen.

Herr Hirsch, wie groß ist derzeit die Nachfrage nach Großwärmepumpen? 

Die Nachfrage ist, getrieben durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze oder BEW, sehr groß. Bei den Stadtwerken gibt es weit mehr als 100 Wärmepumpen-Projekte. Es wird in den kommenden Jahren viel zu tun geben. 

Tobias Hirsch ist Senior Sales Manager for Turbo Machines bei Everllence.Bild: © Everllence

Sind Stadtwerke aktuell Ihre Hauptzielgruppe? 

Ja. Die meisten Projekte, die sich in der Planung oder Umsetzung befinden, kommen aus dem kommunalen Bereich. Der Fokus liegt klar auf der Fernwärme. Zwar erstellen wir auch Studien für Industrieprojekte, etwa für die chemische und Papierindustrie. Hier gibt es aber kein vergleichbares Programm zur BEW. In der Folge ist es deutlich schwieriger, dort aktuell Großwärmepumpen-Projekte zu realisieren. Dafür ist Gas noch immer zu günstig. Das wird sich erst ändern, wenn die CO2-Preise deutlich steigen. 

Ihr Unternehmen hat sich auf Individuallösungen ab einer thermischen Leistung von zehn Megawatt spezialisiert. Wie schnell können Sie Großwärmepumpen liefern? 

Die Lieferzeiten können sehr unterschiedlich ausfallen. Wir richten uns beim Bau von Kompressoren und Komponenten nach den Kundenwünschen. Weil wir von relativ großen Teilen sprechen, sind wir bei Lieferzeiten von 15 bis 20 Monaten. Dann wird die Anlage vor Ort zusammengebaut. 

Werden sich die Lieferzeiten verlängern, wenn mehr Projekte von der Planungs- in die Umsetzungsphase gehen? 

Wir fahren unsere Kapazitäten hoch. Allerdings gibt es auch in unserem Sektor Fachkräftemangel. Dabei ist weniger die Fertigung von Wärmepumpenteilen der Engpass, sondern die Projektplanung. Ingenieure in diesem Bereich sind sehr gefragt.

Das Interview führte Andreas Baumer

Die ZfK ist gerade dabei, einen Überblick zum Großwärmepumpen-Markt zu erstellen. Wenn Sie Ihr Unternehmen ebenfalls gelistet haben wollen oder Tipps für uns haben, melden Sie sich bei redaktion@zfk.de oder a-baumer@zfk.de. Dann senden wir Ihnen gern unseren Fragebogen zu.

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