Schiebt sich an die Spitze: die Hansestadt Hamburg. Das Ranking zeigt aber auch: Die "Kleinen" holen auf.

Schiebt sich an die Spitze: die Hansestadt Hamburg. Das Ranking zeigt aber auch: Die "Kleinen" holen auf.

Bild: © dietwalther/AdobeStock

Mit dem Verfeuern von Holzpellets aus Namibia will Hamburg möglicherweise gleich zwei Umweltprobleme auf einmal lösen: Während in dem südwestafrikanischen Land die Grassavannen von Büschen überwuchert werden, erwägt die Hamburger Umweltbehörde, mit dem Einsatz der "de-bushing Biomasse" fossile Brennstoffe bei der Energiegewinnung einzusparen. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion erklärte der Senat jetzt, nach verschiedenen Studien seien Treibhausgasemissionen zu erwarten, die deutlich unter denen einer Erdgasnutzung oder Kohlefeuerung lägen.

Warum die Schwarzdorn-Akazie in der Grassavanne der ehemaligen deutschen Kolonie so stark wächst, ist unklar. Als mögliche Ursachen gelten laut Senat eine zu intensive Beweidung, die Unterdrückung von Savannenfeuern und Klimaveränderungen. Die Verbuschung gefährde angestammte Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Antilopen, Zebras und auch der vom Aussterben bedrohte Gepard seien betroffen. Außerdem entziehe das Gestrüpp dem Boden große Mengen Wasser.

Grüne setzen auf namibische Biomasse

Im vergangenen Mai wurde zwischen Hamburg und Namibia bereits ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnet. Umwelt-Staatsrat Michael Pollmann (Grüne) hatte damals erklärt: "Energie aus namibischer Biomasse könnte uns helfen, bei der Fernwärme-Versorgung schneller aus der Kohle auszusteigen."

Die angestrebte "Biomasse-Partnerschaft" ist nicht einfach: Vertreter von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus Namibia und Hamburg, darunter die Initiative "Tschüß Kohle", haben drei Arbeitsgruppen gebildet. Delegationen beider Länder haben sich schon mehrfach besucht. "Weitere Konferenzen sind terminiert", hieß es. Demnächst soll intensiv diskutiert werden, in welchem Maße Viehhirten, Farmer und Holzerntehelfer in Namibia von dem Projekt profitieren könnten. Klar ist für den Senat, dass Namibia sein Holz nicht einfach selbst verfeuern kann. Der Strombedarf des Landes sei so niedrig, dass sich ein Biomassekraftwerk nicht lohne. Photovoltaik und Windkraft seien günstiger.

CDU sieht viele offene Fragen

"Der Senat hat noch viele offene Fragen zu klären", meinte der CDU-Abgeordnete Sandro Kappe. Das Projekt dürfe auf keinen Fall zu sozialen Schieflagen oder Umweltzerstörungen in Namibia führen. "Wir werden den Prozess kritisch und konstruktiv begleiten", versicherte der CDU-Umweltpolitiker Jörg Meyer. (dpa/amo)

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