Der VKU hat gemeinsam mit der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DVA) ein neues Papier zur effizienten Nutzung von Abwasserwärme vorgelegt. Auf 26 Seiten schildern die Autoren das Potenzial des Abwassers als treibhausgasneutrale Energiequelle, gehen aber auch auf ungeklärte Fragen und Hürden ein.
Grundsätzlich sei diese Form der Wärmenutzung vielseitig, heißt es. Die Wärme könne an verschiedenen Stellen dem Abwasser entzogen und durch Wärmepumpen im Gebäude, im Abwasserkanal oder am Kläranlagenablauf nutzbar gemacht werden. Abwasserwärme aus dem Kanal spielt vor allem in der Nahwärmeversorgung eine Rolle. Hier kommen laut der Analyse insbesondere Quartierslösungen bei Neubaugebieten oder die Wärmeversorgung bestimmter Gebäude wie Schwimmbäder, Rathäuser oder Altenheime infrage. Großes Potenzial bescheinigen VKU und DVA der Abwasserwärmenutzung aus dem gereinigten Abwasser am Ablauf der Kläranlage.
Regional unterschiedliches Potenzial
Die Verfasser machen allerdings auch klar, dass das Wärmepotenzial von Abwasser regional sehr unterschiedlich ist. Die Kommunen spielten dabei eine entscheidende Rolle. Schließlich seien sie es, die federführend für die kommunale Wärmeplanung zuständig seien. Hier gelte es, kluge Abwägungen zur Nutzung anderer Wärmequellen zu treffen.
Um die Nutzung von Abwasserwärme zu fördern, sollte über die Erstellung eines Abwasserwärmeatlas nachgedacht werden, heißt es in dem Bericht. Potenziale an Abwasserwärme in den Abwasserkanälen und Abwasserdruckleitungen können so ausfindig gemacht und dokumentiert werden. Verpflichtend ist ein solcher Atlas allerdings nicht, es handelt sich vielmehr um eine freiwillige Zusatzleistung durch die Abwasserbetriebe.
Fördermittel beantragen
Wie aber sieht es mit der Wirtschaftlichkeit dieser Wärmenutzung aus? Der Bericht verweist auf die Möglichkeit einer Förderung im Rahmen der Bundesförderung Effiziente Wärmenetze (BEW) oder des KWK-Bonus für innovative erneuerbare Wärme.
Nicht vernachlässigen sollten Kommune und Stadtwerke die steuerrechtlichen Aspekte der Nutzung von Abwasserwärme. „Eine abschließend rechtssichere Aussage dazu, ob die Lieferung von Wärme aus dem Abwassernetz als hoheitliches Hilfsgeschäft anzusehen ist, ist derzeit nicht möglich“, stellt der Bericht fest. Insbesondere könnte es eben entscheidend darauf ankommen, ob der jeweilige Abwasserbeseitiger seinerseits Investitionen tätigen muss, um die Lieferung der Wärme technisch möglich zu machen.
Kommunale Unternehmen können die VKU-Publikation hier herunterladen.



