Bild: © Florian Methe/pixelio.de

In den vergangenen fünf Jahren ist der Markt für Solarthermie-Anlagen jeweils um 35 Prozent gestiegen. Auf der internationalen Konferenz für solare Fernwärme in Graz (11. April bis 12. April) wagten Experten erste Prognosen über die Branchenentwicklung bis 2050.

Werner Lutsch, Präsident des europäischen Fernwärmeverbandes Euroheat & Power, erwartet, dass die Solarthermie 2018 erstmals einen Beitrag von mehr als einer TWh (1 TWh entsprechend 1 Mrd. Kilowattstunden) zur Fernwärmeversorgung beitragen wird. Im Jahr 2050 soll der Anteil der leitungsgebundenen Solarwärme nach Einschätzung von Experten auf 240 TWh wachsen. Damit würde Solarthermie 15 Prozent des gesamten europäischen Fernwärmebedarfs decken.

450 000 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren rund um Graz

Angesichts dieser positiven Prognose diskutiert die Branche auf der zweitägigen Fachkonferenz in Österreich über die Zukunftsprojekte für solare Fernwärme in Europa. Nach wie vor ist Dänemark unter den 30 Teilnehmerländern der Vorreiter des Solarthermie-Ausbaus. Bereits weit über 100 Städte und Kommunen rüsten auf eine solare Wärmeversorgung um. So beträgt der Anteil an Sonnenwärme im dänischen Netz zwischen 15 und 60 Prozent.

Auch im restlichen Nord- und Mitteleuropa sind solare Wärmekonzepte auf dem Vormarsch. Das Spektrum der realisierten Anlagen reicht dabei von der Quartiersversorgung in städtischen Wohngebieten, über Solar-Bioenergiedörfer, in denen im Sommer die gesamte Wärmelast von der Sonne gedeckt wird, bis zu gigantischen Freilandanlagen mit bis zu 100 MW Leistung wie im dänischen Silkeborg.

Ehrgeizige Ziele Österreichs

Das Gastgeberland Österreich hat sich ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre gesetzt. Graz als zweitgrößte Stadt Österreichs plant, ihr Fernwärmenetz vollständig zu dekarbonisieren. Zur CO2-neutralen Versorgung sollen dann unter dem Stichwort „BIG SOLAR“ bis zu 450 000 Quadratmeter Solarthermie-Kollektoren beitragen. (ls)

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