Fernwärme gilt vielen als zentraler Baustein der Wärmewende.

Fernwärme gilt vielen als zentraler Baustein der Wärmewende.

Adobe Stock/Robert Poorten

Von Daniel Zugehör

Die Onlineplattform zur Fernwärme decke mehr als 50 Prozent des Marktes ab. Aktuell stelle die Plattform einen Wärmeabsatz von rund 59 Milliarden Kilowattstunden dar, teilte eine Sprecherin der AGFW auf Nachfrage mit. Der Fernwärmeverband betreibt zusammen mit dem BDEW und dem VKU die sogenannte Preistransparenzplattform.

Mehr als 300 Unternehmen sind demnach bereits dort registriert und machen ihre Fernwärmepreise öffentlich. Circa 260 davon seien mit 617 Teilnetzen gelistet, so die Sprecherin weiter. Ende 2024 waren es noch 283 Energieversorger mit 527 Teilnetzen.

Zeitaufwand gering

Die drei Verbände hätten zum Start der Plattform im Mai des vergangenen Jahres ihre Mitgliedsunternehmen "aktiv dazu aufgefordert, daran teilzunehmen". Wer bislang noch nicht dabei ist, werde regelmäßig daran erinnert. Die Daten werden zudem monatlich automatisch aktualisiert. Der Zeitaufwand für die Unternehmen sei gering.

Das Interesse an den Fernwärmepreisen sei indes kontinuierlich hoch, "mit steigenden Aufrufzahlen“ – auch im Zusammenhang mit Presseberichten. Nutzerzahlen nannte der AGFW jedoch nicht. Geprüft werde derzeit außerdem, ob eine direkte Suchfunktion implementiert werden kann.

Keine Vergleiche

Vergleichswerkzeuge seien dagegen "vorerst nicht vorgesehen". Der Verband verweist darauf, dass Vergleiche "schwierig" seien. Gründe dafür sind laut Website neben den Entwicklungen am Wärmemarkt insbesondere lokale Faktoren, wie etwa die eingesetzte Energie oder die Beschaffenheit des Wärmenetzes. "Wärme ist ein lokales Produkt, das sich im Vergleich zu Strom oder Gas nicht über lange Strecken transportieren lässt."

Indes sinken die Preise für Fernwärme seit dem Launch der Plattform leicht, wie eine Auswertung des Verbraucherzentrale Bundesverbands VZBV aus dem Mai 2025 zeigt. Demnach lag der Durchschnittspreis bei einem Mehrfamilienhaus im April 2024, also kurz vor dem Start der Plattform, noch bei 0,19 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Im Oktober des vergangenen Jahres sank dieser auf 0,18 Euro/kWh und 2025 weiter auf 0,17 Euro/kWh (Stand April).

VZBV: "Monopolmarkt"

Der Verband blickt kritisch auf die Fernwärme. In diesem "Monopolmarkt" seien Verbraucherinnen und Verbraucher den Vertragskonditionen ihres Versorgers weitgehend ausgeliefert und könnten ihren Anbieter nicht wechseln.

Die Forderung: eine Preisobergrenze. "Die Grenze sollte sich an den Kosten für den Betrieb einer Wärmepumpe orientieren", erklärte vor kurzem VZBV-Energieexperte Florian Munder. Die Auswertung der Preise durch den Verband ist online einsehbar.

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