Der Wärmespeicher umfasst 45 Millionen Liter und kann die Rostocker Haushalte rund ein Wochenende versorgen.

Der Wärmespeicher umfasst 45 Millionen Liter und kann die Rostocker Haushalte rund ein Wochenende versorgen.

Bild: © Stadtwerke Rostock

Von Jürgen Walk

Die Stadtwerke Rostock haben einen Zuwendungsbescheid über rund 99 Millionen Euro für die Wärmewende erhalten. Die Mittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) stehen vier Jahre lang zur Verfügung und decken etwa 40 Prozent der geplanten Investitionen von insgesamt 250 Millionen Euro ab. Ziel ist, die CO₂-Emissionen der Fernwärmeversorgung deutlich zu senken und den kommunalen Wärmeplan der Stadt umzusetzen, der bereits 2022 beschlossen wurde.

Im Mittelpunkt der Rostocker Wärmeplanung steht die Modernisierung und Erweiterung des bestehenden Fernwärmenetzes. Schon heute versorgt das Netz zwei Drittel der Rostocker Haushalte. Bis 2035 soll die Anschlussquote auf 80 Prozent steigen.

Speicher sind zentral für die Wärmewende

Parallel dazu setzen die Stadtwerke auf neue Erzeugungsanlagen, die erneuerbare Wärmequellen erschließen. Dazu gehören eine Großwärmepumpe, die Wärme aus dem Rostocker Abwasser gewinnt, und ein saisonaler Wärmespeicher, der Sommerwärme für den Winter nutzbar macht.

Die Integration von Speichern ist wesentlich, da die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen über das Jahr verteilt ist, der Wärmebedarf jedoch starken saisonalen Schwankungen unterliegt. Kurzzeitspeicher wie der Wärmespeicher in Marienehe gleichen schon jetzt Tagesspitzen aus, während saisonale Speicher künftig die langfristige Nutzung von Überschusswärme ermöglichen sollen. 

Ergänzend prüfen die Stadtwerke verschiedene weitere Wärmequellen, darunter Abwärme aus industriellen Prozessen, die Nutzung von Flusswasserwärme der Warnow über Großwärmepumpen und die Einbindung von Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlagen.

Neben dem Netzausbau und der Integration neuer Technologien entwickeln die Stadtwerke gemeinsam mit der Stadtverwaltung auch Quartierslösungen. Dabei werden Gebäude, Energieerzeugung, Speicherung und Verteilung innerhalb eines Stadtteils miteinander vernetzt, um Synergien zu schaffen und die Energieeffizienz zu steigern. Auch die energetische Modernisierung bestehender Quartiere ist Teil dieser Strategie. 

Oliver Brünnich, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Rostock, bezeichnete die Förderung als wichtigen Schritt, der jedoch auch mit umfangreichen Investitionen und Herausforderungen verbunden sei. Die kommenden Jahre seien aber entscheidend für die Transformation der Rostocker Wärmeversorgung hin zur Klimaneutralität.

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