Die SWU bieten Orientierung für Hausbesitzer und Unternehmen bei der Wärmeversorgung.

Die SWU bieten Orientierung für Hausbesitzer und Unternehmen bei der Wärmeversorgung.

Bild: © SWU

Die Wärmewende in Ulm und Neu-Ulm nimmt konkrete Gestalt an: Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) haben ihren Wärmetransformationsplan (WTP) für Neu-Ulm und Senden veröffentlicht. Außerdem haben sie mit dem "Wärmekompass" ein digitales Informationswerkzeug für Eigentümerinnen, Eigentümer und Unternehmen an den Start gebracht. Beide Instrumente sollen den Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung in der Region planbar und transparent machen.

Der WTP beschreibt den Ausbau und die Nachverdichtung des bestehenden Fernwärmenetzes sowie die Dekarbonisierung der Wärmeerzeugung in den kommenden Jahren. Ziel ist, bereits im Jahr 2040 vollständig klimaneutral zu sein. "Mit unserem Wärmetransformationsplan zeigen wir transparent, wie wir die Fernwärme in Neu-Ulm und Senden konsequent weiterentwickeln. Das schafft Versorgungssicherheit, weniger CO₂ und eine zukunftsfähige Energieversorgung in unserer Region", erklärt SWU-Geschäftsführer Klaus Eder.

Fernwärmenetz soll sich nahezu verdoppeln

Ein zentrales Element ist der kontinuierliche Netzausbau: Durch eine jährliche Erweiterung von durchschnittlich 2,3 Kilometern soll die Fernwärmenetzlänge auf bis zu 113 Kilometer anwachsen. Das bedeutet nahezu eine Verdoppelung des heutigen Bestands.

Parallel dazu wird der Erzeugungspark grundlegend transformiert. Den Auftakt machen zwei bereits in Realisierung befindliche Flusswasser-Wärmepumpen in Neu-Ulm, die zu einem ersten Maßnahmenpaket für die Jahre 2026 bis 2029 gehören.

Digitaler Wärmekompass als Orientierungshilfe

Flankierend zum WTP hat die SWU den "Wärmekompass" eingeführt. Eine interaktive digitale Karte zeigt, wo Fernwärme heute bereits verfügbar ist und wo in den kommenden Jahren ein Ausbau vorgesehen ist. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Unternehmen können damit prüfen, welche Möglichkeiten sich für ihre Immobilie ergeben, und ihre Investitionen gezielt vorbereiten. Ist ein Gebiet derzeit noch nicht im Ausbau vorgesehen, kann das Interesse an einem Fernwärmeanschluss direkt über das Tool gemeldet werden. Diese Rückmeldungen fließen in die Bewertung künftiger Ausbaupotenziale ein.

Die Stadt Neu-Ulm hat ihren Kommunalen Wärmeplan in diesem Jahr beschlossen. Das Zielszenario sieht vor, den Wärmebedarf bis 2040 durch ambitionierte Sanierung und Effizienzmaßnahmen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien auf 100 Prozent zu steigern. Rund 30 Prozent des künftigen Wärmebedarfs sollen über Wärmenetze gedeckt werden. Dabei plant die SWU, den Wärmeabsatz in Neu-Ulm von derzeit 92 auf jährlich 138 Gigawattstunden (GWh/a) im Jahr 2045 zu steigern. Das Fernwärmenetz wird bis 2040 vollständig dekarbonisiert, wobei Tiefengeothermie als wichtigste Erzeugungsquelle priorisiert wird. Weitere 40 Prozent des Wärmebedarfs sollen dezentral über Wärmepumpen in Einzelgebäuden bereitgestellt werden.

Der Kommunale Wärmeplan von Ulm wurde bereits 2023 veröffentlicht. Als wichtigste lokale Potenziale wurden Flusswasserwärme (bis zu 740 GWh/a), Abwasserwärme nach dem Klärwerk Steinhäule (140–186 GWh/a) sowie Solarthermie auf Dachflächen (bis zu 94 GWh/a) identifiziert. Der Plan sieht vor, den Wärmebedarf durch eine Sanierungsrate von 1,5 Prozent pro Jahr bis 2040 um rund 15 Prozent zu senken und die Fernwärmegebiete deutlich auszuweiten. Bis 2040 sollen fossile Energieträger weitgehend verdrängt und die Treibhausgasemissionen der Wärmeversorgung drastisch reduziert sein.

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