Mit kälteren Temperaturen und hohen Gaspreisen steht die Wärmepumpe wieder im Mittelpunkt. (Symbolbild)

Mit kälteren Temperaturen und hohen Gaspreisen steht die Wärmepumpe wieder im Mittelpunkt. (Symbolbild)

Bild: © Daikin

Wer jetzt auf eine Wärmepumpe umsteigt, spart laut einer aktuellen Berechnung über 15 Jahre deutlich gegenüber einer neuen Gasheizung. Jedes halbe Jahr Wartezeit schmälert den Vorteil, weil die Förderung sinkt.

Wer im Oktober 2026 eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in ein Einfamilienhaus einbaut, spart über 15 Jahre zwischen 4303 und 15.729 Euro gegenüber einer neuen Gasheizung. Das hat die Beratungsfirma Prognos im Auftrag der Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) berechnet. Bei Einbau im August 2028 liegt die Ersparnis nur noch zwischen 1042 und 11.042 Euro.

Förderung und Solaranlage entscheiden

Die Spanne hängt vor allem an zwei Faktoren: der Förderhöhe und einer eigenen Photovoltaikanlage. Die Förderung beträgt seit dem 21. Juli 2026 bis zu 80 Prozent der Investitionskosten, sinkt aber alle sechs Monate.

Im günstigsten Fall, mit Höchstförderung und Solaranlage, sind die Mehrkosten nach vier Jahren ausgeglichen. Im ungünstigsten Fall, ohne Einkommensbonus und ohne Solaranlage, dauert es 16 Jahre.

Die Rechnung gilt für ein Modellhaus der Energieeffizienzklasse F. Der WWF empfiehlt deshalb eine individuelle Beratung und fordert, die Zuschüsse nicht abzuschmelzen. "Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig", argumentiert die Organisation.

Eon rechnet im Großen

Der Energieversorger Eon betrachtet das Thema aus Sicht des Gesamtmarkts. Würden die rund 5,9 Millionen Eigentümer von Einfamilienhäusern mit Gasheizung auf Wärmepumpen umsteigen, sparten sie in der Heizperiode 2026/2027 rund drei Milliarden Euro. Zudem bliebe etwa die Hälfte des gespeicherten Erdgases ungenutzt in den Speichern.

"Wärmepumpen könnten damit die Haushalte finanziell entlasten und zugleich Deutschlands Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten stärken", sagte Filip Thon, Vorsitzender der Geschäftsführung von Eon Energie Deutschland. Die Zahl ist ein rechnerisches Potenzial, kein Prognosewert. Sie beruht auf Durchschnittspreisen für Gas und Wärmepumpenstrom, und welche Effizienz die Wärmepumpen erreichen, nennt Eon nicht.

Gaspreis und Gesetz als Rahmen

Für Gasheizungen wird der Rahmen derweil enger. Der europäische Gaspreis stieg am Dienstag, 20. Oktober, auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren, getrieben vom Iran-Krieg.

Mehr dazu hier: Europäischer Gaspreis knackt 90-Euro-Marke

Die deutschen Gasspeicher sind zu gut 61 Prozent gefüllt, vor einem Jahr waren es rund 75 Prozent. Haushalte spüren den Großhandelspreis allerdings erst zeitversetzt.

Hinzu kommen die Vorgaben des neuen Heizungsgesetzes. Neu eingebaute Gasheizungen müssen ab 2029 schrittweise Biogas nutzen, bis 2040 steigt der Anteil auf 60 Prozent. Zusätzlich plant das Bundeswirtschaftsministerium eine Grüngasquote, die 2028 mit einem Prozent starten und bis 2045 auf 100 Prozent steigen soll.

Was das für Gaskunden kostet, beziffern weder WWF noch Eon. Offen bleibt zudem, ob die Politik den Abschmelzpfad der Wärmepumpen-Förderung hält.

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