Beim Gebäudebetrieb sollte vor allem der Energieverbrauch optimiert werden, sagt Björn Brecht.

Beim Gebäudebetrieb sollte vor allem der Energieverbrauch optimiert werden, sagt Björn Brecht.

Bild: © Kieback&Peter

Ein Gastkommentar
von
Björn Brecht,
Leiter Business Development
Kieback & Peter

Bei der kommunalen Wärmeplanung stehen der Erneuerbarenausbau und die Wärmenetze im Fokus. Dabei bleibt ein entscheidender Hebel oft ungenutzt: die Energieeffizienz. Beim Gebäudebetrieb sollte vor allem der Energieverbrauch optimiert werden: Moderne Technologien wie Gebäudeautomation, Digitalisierung und Vernetzung sparen in der kommunalen Wärmeplanung Investitionen, Energie und CO2, schreibt Björn Brecht, Leiter Business Development bei Kieback & Peter, einem Spezialisten für smarte Gebäudeautomation.

Die Mosaikschule in Ludwigshafen bietet ein Umfeld, das auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes eingeht und deren Entwicklung nachhaltig unterstützt.Bild: © Kieback&Peter

Der unterschätzte Hebel: Energieeffizienz 

Neben fehlender Infrastruktur und volatilen Energiepreisen ist es vor allem der hohe Wärmebedarf durch ineffiziente Gebäudetechnik, der die Umsetzung der Wärmewende kommunal ins Wanken bringt: Den höchsten Wärmebedarf haben Gebäude, viele arbeiten mit veralteten Anlagen, die nicht optimal geregelt sind. Fehlende oder unzureichende Gebäudeautomation führt zu Energieverschwendung, da Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, HKL, nicht bedarfsgerecht gesteuert werden. 

Der alleinige Ausbau neuer regenerativer Wärmequellen sowie ihrer Verteilnetze reicht nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Vielmehr kommt es darauf an, den bestehenden Wärmebedarf durch gezielte Effizienzmaßnahmen zu senken.  

Sofortige Wirkung: Effizienzmaßnahmen wie Digitalisierung und Automatisierung können häufig kurzfristig und ohne Nutzungseinschränkung umgesetzt werden.  

Doppelte Kostenersparnis: Sinkt der Energieverbrauch, spart das nicht nur Verbrauchskosten. Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten können entfallen, verringert oder zeitlich verschoben werden – was eine vorausschauendere und stabilere Finanzplanung ermöglicht. 

Entlastung der Netze und höhere Resilienz: Liefern Gebäude kontinuierlich Daten über den (künftigen) Bedarf, ermöglicht dies einen stabileren, effizienteren Betrieb des Gesamtsystems.  

Viele Liegenschaften und Wohnquartiere  werden oftmals mit veralteter Technik oder ineffizienten Regelstrategien autark betrieben.

Gebäudeautomation als Effizienztreiber: Verwaltungsgebäude, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und auch Wohnquartiere: Sie werden oftmals mit veralteter Technik oder ineffizienten Regelstrategien autark betrieben.  

Energie sparen durch intelligente Steuerung: Digitale Gebäudeautomationssysteme nutzen Echtzeitdaten von Sensoren, Wetterprognosen und Verbrauchsanalysen, um HKL-Anlagen optimal zu steuern.  

Ineffizienzen frühzeitig erkennen: In vielen Gebäuden gibt es versteckte Energieverluste – sei es durch falsch eingestellte Zeitprogramme, ineffiziente Pumpen, defekte Ventile etc. Zentral eingerichtete digitale Überwachungssysteme machen diese Defizite sofort sichtbar. 

Wartung und vorausschauende Instandhaltung: Statt auf feste Wartungsintervalle zu setzen, können HKL-Anlagen mit Hilfe von Sensoren ihren eigenen Zustand überwachen. Bei ersten Anzeichen von Verschleiß oder ineffizientem Betrieb schlägt das System Alarm, so dass gezielt und frühzeitig eingegriffen werden kann. Die automatisierte Grenzwert-Überwachung wird zentral mit einer Meldelinie an die jeweiligen Zuständigen eingerichtet und kann schnellstmöglich bewertet werden.  

Vernetzung und ganzheitliche Optimierung: Einzelne optimierte Gebäude bringen bereits Einsparungen – der eigentliche Hebel liegt aber in der Vernetzung ganzer Quartiere und Stadtteile. Über digitale Plattformen können Kommunen Wärmeströme in Echtzeit analysieren und Lastverschiebungen oder die gemeinsame Nutzung von Energiequellen ermöglichen. 

Durch den gezielten Einsatz intelligenter Steuerungs-, Regelungs- und Überwachungssysteme wie Qanteon von Kieback & Peter lässt sich der Energieverbrauch von Gebäuden beziehungsweise ganzer Quartiere deutlich senken. Vernetzte Regelungssysteme, cloudbasierte Energiemanagement-Tools und IoT-Lösungen helfen, den Energieverbrauch präzise zu steuern und kontinuierlich zu optimieren. Dies ermöglicht eine vorausschauende Wartung und eine bessere Integration erneuerbarer Energieerzeuger. Damit wird die kommunale Wärmeplanung unterstützt und Erzeuger sowie Netze entlastet. 

Für kommunale Entscheider, Stadtwerke und Wohnungsbaugesellschaften bedeutet das: 

  1. zentrales Energie- und Gebäudemanagement zur Erfassung des Wärmeverbrauchs im Gebäudebestand etablieren und
  2. Gebäudeautomation als Standard in allen Gebäuden fördern.

Als Pionier auf dem Gebiet der Gebäudeautomation unterstützt Kieback & Peter Kommunen dabei, Gebäude effizienter zu betreiben, denn effiziente Gebäude reduzieren die Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten. Laut einer Studie der Bitkom lassen sich allein durch den forcierten Einsatz von Gebäudeautomationslösungen kurz- bis mittelfristig bis zu 14,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermeiden. Dies entspricht fast 30 Prozent des im Klimaschutzgesetz formulierten Reduktionsziels für den Gebäudesektor. 

Ein Anwendungsbespiel

Die Mosaikschule in Ludwigshafen, bekannt für ihre barrierefreien, inklusiven und individuell abgestimmten Lern- und Therapiemöglichkeiten, bietet Platz für rund 250 Schülerinnen und Schüler. Kieback & Peter gewährleistet dort den energieeffizienten und sicheren Betrieb der Anlagentechnik, darunter insbesondere Heizung und Lüftung. Besonders wichtig ist dies in Räumen mit speziellen Anforderungen, wie den Sanitärbereichen, physiotherapeutischen Behandlungsräumen sowie Schwimm- und Turnhallen, die für die spezielle Förderung unverzichtbar sind.

In der Mosaikschule wird "en:key" zur bedarfsgerechten Raumtemperaturregelung genutzt. Diese intelligente Einzelraumregelung erkennt, ob sich Personen im Raum befinden und regelt anhand dieser Informationen die Raumtemperaturen. Durch einen Algorithmus bringt sich das Gerät selbst ein adaptives Belegungsprofil bei. So wird ein Klassenraum nur dann beheizt, wenn er wirklich genutzt wird – komfortabel für die Schülerinnen und Schüler, effizient für die Schule.

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