Die österreichischen Elektrizitätswerke Reutte (EWR) und die Qantal Group aus Dresden möchten ein neuartiges Herstellungsverfahren für günstigeren Wasserstoff etablieren. Den Partnern zufolge benötigt dieses weniger als die Hälfte der Energie etablierter Verfahren.
Joint Venture gegründet
Die zugrundeliegende Technologie sei erfolgreich zur Patentreife gebracht worden, teilten die Unternehmen kürzlich mit. Um das neue Verfahren weiterzuentwickeln und international zu vermarkten, gründeten EWR und die Qantal Group demnach ein gemeinsames Unternehmen.
Sitz der neuen Gesellschaft namens Qantal Hydro International sei Sachsen. Dort soll eine Pilotanlage entstehen und die Technologie marktreif werden. 85 Prozent der Anteile halte die Qantal Group, während 15 Prozent auf EWR entfallen. Offiziell gegründet worden sei das Joint Ventures am 2. Februar dieses Jahres.
70 Prozent weniger Energie
Das Verfahren basiere auf einem speziellen Photoreaktor mit Diffusionsmembran. Dieser nutze photokatalytische Prozesse, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Nach Angaben der Unternehmen sinke der Energieeinsatz im Vergleich zu etablierten Verfahren deutlich – auf nur 30 bis 40 Prozent.
Werde zudem bisher wenig genutzte Restwärme genutzt, könnten die Kosten weiter sinken. Geplant ist, die Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff modular anzulegen. Das ermögliche es, diese flexibel zu skalieren. Die Anwendungsmöglichkeiten seien vielfältig: von industriellen Lösungen bis hin zu regionalen Versorgungskonzepten.
Diese Technologie hat das Potenzial, die Herstellung von Wasserstoff grundlegend zu revolutionieren.
EWR-Vorstand Sebastian Freier verweist zudem auf die strategische Bedeutung der Unternehmensgründung. Wasserstoff spiele eine zentrale Rolle für die Energiewende, etwa als Speicheroption. Er ist überzeugt: "Diese Technologie hat das Potenzial, die Herstellung von Wasserstoff grundlegend zu revolutionieren", so Freier.
Wasserkraft als Kerngeschäft
Die EWR mit Sitz in Reutte (Tirol) ist ein regionaler Energiedienstleister mit einem breiten Angebotsportfolio, darunter Smart Meter und E-Mobilitätslösungen. Das Kerngeschäft ist nach eigenen Angaben die Wasserkraft. Die Qantal Group bezeichnet sich selbst als Start-up und entwickelt und vertreibt laut "North Data" Infrarottechnologien auf Basis funktioneller Keramiken.



