Die Universität Stuttgart hat eine neue Wasserstoff-Forschungsplattform eingeweiht. Im Fokus stünden die Bereiche Industrie, Mobilität und Energiespeicher sowie Power-to-X-Technologien, teilte die Hochschule mit. Das Projekt "WAVE H2" erhält staatliche Förderung in Höhe eines mittleren Millionen-Euro-Betrags.
Wasserstoff spiele eine zentrale Rolle, um CO₂ in schwer elektrifizierbaren Sektoren zu reduzieren, sei es für grünen Stahl, Flugbenzin oder Energiespeicher, heißt es weiter. "Dafür braucht es Forschung entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette", betont die Universität.
Erzeugung, Transport und Rückgewinnung
"WAVE-H2" erforsche etwa, wie Wasserstoff (H2) mittels Elektrolyse gewonnen und zu Gasen wie Methanol oder Ammoniak weiterverarbeitet werden kann. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf der Erzeugung, aber auch auf der Rückgewinnung von H2 aus Ammoniak, das als gutes Transportmedium gilt.
Ein Brennstoffzellen-Teststand soll außerdem die Umwandlung des Wasserstoffs in elektrische Energie und Wärme untersuchen. Weitere Schwerpunkte seien unter anderem Flugbenzin aus Biogas oder – derzeit noch fossil hergestellte – Grundchemikalien mittels Pyrolyse von Abfällen.
36 Millionen Euro Förderung
Für kommunale Energieversorger liegt der Mehrwert von "WAVE H2" vor allem in der systemischen Betrachtung: Anstelle einzelner Komponenten erforscht die Universität Stuttgart ganzheitlich, wie Wasserstoff erzeugt, aufbereitet und transportiert sowie dezentral genutzt werden kann.
Wir leisten einen starken Beitrag zu innovativen und flexiblen Wasserstofflösungen und zur Dekarbonisierung der Industrie.
Das Bundesforschungsministerium fördert die Plattform mit rund 36 Millionen Euro. Projektleiter Professor Alexander Sauer betont: "Mit unserer Plattform leisten wir auf regionaler, landes- und bundesweiter Ebene einen starken Beitrag zu innovativen und flexiblen Wasserstofflösungen und zur Dekarbonisierung der Industrie".
Angesiedelt ist sie am "experimentellen Kernstandort" Stuttgart-Vaihingen sowie dem etwa eine Autostunde entfernten Freudenstadt, wo ab Sommer 2026 Lösungen im industriellen Maßstab im System getestet werden sollen. Geforscht werde interdisziplinär nach dem Prinzip des "Stuttgarter Wegs".



