Gebrauchte Kleidungsstücke vor einem Altkleider-Sammelcontainer in Leipzig. (Bild vom 8. Januar 2025)

Gebrauchte Kleidungsstücke vor einem Altkleider-Sammelcontainer in Leipzig. (Bild vom 8. Januar 2025)

Bild: © Hendrik Schmidt/dpa

Die Sammlung von Altkleidern wird für die kommunale Abfallwirtschaft zunehmend zur finanziellen Belastung. Für 72 Prozent der kommunalen Entsorger ist die Verwertung von Alttextilien inzwischen ein Zuschussgeschäft, zeigt eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Nur noch 28 Prozent der Befragten erzielen damit Erlöse.

Ein Hauptgrund ist die sinkende Qualität der gesammelten Alttextilien: 81 Prozent der befragten Unternehmen stellten laut VKU eine Verschlechterung fest, davon 35 Prozent sogar eine starke. Besonders Billigware aus Asien macht den Entsorgern zu schaffen, also minderwertige Kleidung, die schnell im Altkleidercontainer landet und sich nicht mehr gewinnbringend verwerten lässt.

Früher Erlöse von bis zu 600 Euro pro Tonne

Die Konsequenzen sind spürbar: Soziale Träger wie die Malteser oder die Caritas haben sich in den vergangenen Monaten aus dem Altkleidergeschäft zurückgezogen. Kommunale Entsorger hingegen sind gesetzlich zur Sammlung verpflichtet. Erzielten sie früher Erlöse von bis zu 600 Euro pro Tonne, müssen viele heute Mehrkosten tragen – etwa wenn nicht wiederverwertbare Ware verbrannt werden muss.

VKU-Vizepräsident Uwe Feige hält das nicht länger für hinnehmbar. Am Ende subventionierten die Entsorger diese Mehrkosten aus Abfallgebühren, sagte er im ZFK-Interview: "Das heißt: Der Gebührenzahler finanziert Fehler, die ganz am Anfang der Produktionskette entstehen."

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Das Bundesumweltministerium will gegensteuern und plant ein Gesetz zur erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien. Hersteller, Importeure und Vertreiber sollen sich künftig an einer Organisation für Herstellerverantwortung beteiligen und Kosten beispielsweise für Sammlung, Transport und Sortierung von Alttextilien tragen. Die konkreten Umsetzungsdetails stehen allerdings noch aus.


Zur VKU-Umfrage: Die Umfrage lief vier Wochen. 153 Mitgliedsunternehmen der Abfallsparte nahmen teil.

Das ganze Interview mit VKU-Vizepräsident Uwe Feige zum Thema finden Sie am Mittwoch in der ZFK-Morning-Briefing-Ausgabe.

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