Bei den Stadtwerken Völklingen wird man Julian Wollscheidt wohl vermissen, der Vorzeigemanager heuert zum 1. Juni als Vorsitzender der Geschäftsführung in Flensburg an. Nun gaben die Stadtwerke an der Saar seine drei Nachfolger bekannt.
Wollscheidt war Alleingeschäftsführer der Holding und der Vertriebstochter. Zum 1. Mai übernehmen Sascha Bös und Dirk Steinmetz als Doppelspitze die bisherige Alleingeschäftsführung der Stadtwerke Völklingen Holding. Mit der Entscheidung für eine Doppelspitze wollen die Stadtwerke bewusst auf eine starke Fokussierung zentraler Transformationsfelder setzten. Bös verantwortet künftig den operativen Bereich während Steinmetz die kaufmännische Steuerung übernimmt. Die Tochter Stadtwerke Völklingen Vertrieb wird ab Mai von Martin Germann geführt.
Völklingen setzt auf Führungskräfte aus den eigenen Reihen
Sascha Bös ist seit 2017 bei den Stadtwerken Völklingen tätig und verantwortet zentrale technische und energiewirtschaftliche Themen innerhalb der Unternehmensgruppe. Der Wirtschaftsingenieur war bisher unter anderem Geschäftsführer der Töchter Stadtwerke Völklingen Netz sowie der Energie-Dienstleistung Völklingen.
Dirk Steinmetz gehört der Unternehmensgruppe seit 2022 an. Als Kaufmännischer Leiter und Chief Financial Officer verantwortet er die zentralen kaufmännischen Aufgaben. Zuvor war der Diplom-Kaufmann in verschiedenen internationalen Führungspositionen tätig, unter anderem bei EY, Deutsche Telekom, Celanese und Deutsche Bahn.
Martin Germann ist seit 2023 in leitender Funktion für die Energiebeschaffung sowie den Vertrieb und die Geschäftsfeldentwicklung verantwortlich. Zuvor leitete er das Portfoliomanagement der Stadtwerke Saarbrücken.
Fokus auf Infrastruktur, erneuerbare Energien und Digitalisierung
"Die Arbeit für die Stadtwerke Völklingen war für mich weit mehr als eine berufliche Aufgabe", resümiert Wollscheidt. "Gemeinsam mit vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen ist es gelungen, wichtige Zukunftsthemen auf den Weg zu bringen und das Unternehmen in einer anspruchsvollen Phase strategisch weiterzuentwickeln. Für das Vertrauen und die Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar. Ich freue mich, dass mit der neuen Führungsstruktur der eingeschlagene Weg konsequent weitergeführt wird."
Im Zentrum der künftigen strategischen Weiterentwicklung stehen der Ausbau und die Modernisierung der Energieinfrastruktur sowie Investitionen in erneuerbare Energien. Parallel treiben die Stadtwerke die Digitalisierung weiter voran. Dazu zählen die Einführung einer neuen ERP-Plattform auf SAP-Basis, die Digitalisierung zentraler Geschäftsprozesse sowie der Aufbau integrierter Datenstrukturen zur Steuerung von Netz, Vertrieb und Infrastruktur.
Stadtwerke wollen integrierter EDL werden
Im operativen Geschäft wollen die Stadtwerke verstärkt auf konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende setzen. Dazu gehörten insbesondere der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, die fortschreitende Elektrifizierung der Busflotte sowie die Entwicklung neuer Energiedienstleistungen (EDL) für Haushalte und Unternehmen. Ein Schwerpunkt läge zudem auf der Weiterentwicklung der Wärmeversorgung und dem Ausbau dezentraler Lösungen wie Photovoltaik, Wärmepumpen und Mieterstrommodelle.

Unser Fokus liegt klar auf dem beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur und der Integration dezentraler Erzeugung.
Sascha Bös
"Unser Fokus liegt klar auf dem beschleunigten Ausbau der Energieinfrastruktur und der Integration dezentraler Erzeugung", sagt Sascha Bös. Gleichzeitig entwickeln die Stadtwerke ihr Geschäftsmodell konsequent in Richtung integrierter Energiedienstleistungen weiter.



