In den vergangenen Tagen gab es schon in Lokalmedien Gerüchte über ein Aus der beiden Geschäftsführer von Hamburg Wasser. Nun hat es sich bewahrheitet: Der städtische Wasserversorger steht vor Veränderungen in der Geschäftsführung, wie das Unternehmen mitteilt.
Ingo Hannemann, Sprecher der Geschäftsführung und technischer Geschäftsführer von Hamburg Wasser, und Gesine Strohmeyer, kaufmännische Geschäftsführerin, haben dem Aufsichtsrat am Donnerstag mitgeteilt, dass sie ihre zum Jahresende auslaufenden Verträge nicht verlängern werden. Hannemann und Strohmeyer hätten dabei betont, dass sie dem Unternehmen bis zur Klärung der Nachfolge zur Verfügung stehen.
Die Entwicklung kommt nicht ganz überraschend. Die Verhandlungen mit Hannemann über eine Verlängerung seines Vertrages über 2025 hinaus hatten eigentlich schon begonnen. In Medienberichten war aber zuletzt davon die Rede, dass der Hamburg-Wasser-Chef sein Mandat "unter den gegebenen Umständen" nicht fortführen will.
In jüngster Vergangenheit war das Unternehmen zwei Mal mit Vorwürfen konfrontiert, die es in keinem guten Licht dastehen ließen. Zum einen ging es um die Kosten für die Erweiterung und Sanierung der Klärschlammverbrennungsanlage, zum anderen um eine Klausurtagung von Betriebsratsmitgliedern, die aus dem Ruder gelaufen sein soll. Auch war von Differenzen in der Geschäftsführung die Rede.
Zu dem Aus der Doppelspitze äußerte sich der Hamburger Staatsrat Anselm Sprandel, Aufsichtsratsvorsitzender von Hamburg Wasser, laut der Unternehmensmeldung in einer ersten Reaktion: "Herr Hannemann und Frau Strohmeyer haben sich in den vergangenen Jahren für das Unternehmen und seine Mitarbeitenden intensiv eingesetzt und wichtige Schritte für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens eingeleitet und umgesetzt." Im Namen des Aufsichtsrats sprach er seinen Dank für ihren Einsatz und ihre Leistungen in den vergangenen Jahren aus.
Der Aufsichtsrat will nun die "erforderlichen Schritte einleiten, um die Kontinuität in der Geschäftsführung sicherzustellen". Das Gremium schätze es sehr, "dass die Doppelspitze ihre Aufgabe einstweilen mit vollem Engagement weiterführen und so einen reibungslosen Übergang unterstützen".



