Von Julian Korb
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) verliert seine langjährige Präsidentin Simone Peter. Sie gebe die Präsidentschaft zur BEE-Delegiertenversammlung am 1. Oktober ab, so Peter laut Mitteilung. Die studierte Biologin und ehemalige Grünen-Politikerin hatte fast acht Jahre lang das höchste Amt bei Deutschlands größtem Erneuerbarenverband inne.
Mit dem Präsidentenamt gibt sie auch den Vorstandsvorsitz der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) ab. "Die Erneuerbaren sind mittlerweile systemsetzend, 100 Prozent beim Strom in Sichtweite, in immer mehr Bundesländern werden sie zur Realität", so Peter. Die Energiewende werde auch in den Sektoren Wärme und Verkehr nicht mehr aufzuhalten sein.
Karriere bei den Grünen
Peter ist Tochter zweier SPD-Politiker. Die gebürtige Saarländerin war von 2013 bis 2018 eine von zwei Vorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Von 2009 bis 2012 war sie Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr des Saarlandes und von 2012 bis 2013 Abgeordnete im saarländischen Landtag.
Innerhalb der Grünen galt Peter als links und als konsequente Befürworterin der Energiewende. Nachdem sie 2018 nicht mehr für den Grünen-Parteivorsitz kandidiert hatte, stieg sie als Lobbyistin im Erneuerbarenverband BEE ein.
Zu ihren Zukunftsplänen schrieb sie auf LinkedIn: "Den Erneuerbaren bleibe ich sicher erhalten, nach mehr als 25 Jahren für die Energiewende wäre das sonst ja ein echter Stilbruch. Und gerade entwickelt sich so viel mega Spannendes rund um das klimaneutrale Energiesystem, das lässt mich nicht los." Peter wird in diesem Jahr 60 Jahre alt.
Neue Strukturen im Verband
"Mit großem Bedauern nehmen wir die Entscheidung von Simone Peter zur Kenntnis", wird BEE-Vizepräsident Horst Seide zitiert. Peter sei seit rund 25 Jahren haupt- und ehrenamtlich für die erneuerbaren Energien tätig. Das Präsidentenamt soll bei den Vorstandswahlen am 1. Oktober neu besetzt werden.
Unter Peter hatte der BEE seine Strukturen in den vergangenen Jahren deutlich gestrafft und der Verband um Landesstrukturen erneuerbarer Energien in allen Bundesländern erweitert. Mit dem Umzug ins gemeinsame Haus der Erneuerbaren auf dem EUREF-Campus in Berlin habe man die Zusammenarbeit zwischen den Fachverbänden und dem Dachverband weiter gestärkt
Im BEE sind unter anderem der Solarverband BSW-Solar, der Windverband BWE und mehrere Biogasverbände, sowie Verbände aus der Wärmebranche gebündelt. Zu den Mitgliedern gehören auch viele Stadtwerke.



