Die Stadt Oranienburg vor den Toren Berlins hat nach eigener Aussage Nachfolger für den einst mächtigen und dann vorzeitig zurückgetretenen Stadtwerkechef Alireza Assadi gefunden.
Doch nur für einen der beiden Posten, die der Manager innehatte, gab die Kommune bislang einen Namen bekannt: für den der Stadtwerke-Mutter Oranienburg Holding. Es handelt sich um den bisherigen Eon-Manager Olaf Lüke.
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Ende der Personalunion
Assadi hatte sich in den letzten Monaten seiner insgesamt zehnjährigen Amtszeit mit der Stadtverordnetenversammlung so überworfen, dass diese seine vorzeitige Abberufung beschloss. In der Folge entschied die Stadt, die Geschäftsführung der 2019 neu geschaffenen Oranienburg Holding und der Stadtwerke personell zu trennen. Bis dahin hatte Assadi beide Ämter in Personalunion bekleidet.
Mit Lüke beruft Oranienburg nun einen Experten im Bereich Energierecht und Regulierung, Regierungsangelegenheiten und Geschäftsführung an die Spitze der Holding. Der 51-jährige Diplom-Volkswirt mit Doktortitel hatte zuvor beim Essener Energiekonzern Eon Karriere gemacht.
Stationen bei Eon und BDEW
Der gebürtige Hammer hatte im Netzgeschäft begonnen, war dann zu Eon Ruhrgas gewechselt und war zuletzt laut Linkedin-Profil an führender Stelle für den Bereich Energierecht und Regulierung zuständig. Zwischendurch sammelte er als Abteilungsleiter für Energienetze und europäisches Regulierungsmanagement beim BDEW Verbandserfahrung.
Jetzt also der Wechsel in die 46.000-Einwohner-Kommune Oranienburg, wo er vom 1. Februar an die Dachgesellschaft der vier städtischen Unternehmen Stadtservice Oranienburg, Stadtwerke Oranienburg, Tourismus und Kultur Oranienburg sowie Wohnungsbaugesellschaft führen wird. Die Holding ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt.
Neuer Geschäftsführer bei Stadtwerken
Offen ließ das Rathaus weiterhin, wer künftig den Stadtwerken vorstehen wird. Seit Assadis Weggang leitet Vertriebsleiter André Gerisch das größte Tochterunternehmen der Holding übergangsweise. (Die ZfK berichtete.) In einer Pressemitteilung heißt es nun zumindest, dass die neue Geschäftsführung bereits feststehe. Sie werde die Tätigkeit "schnellstmöglich" aufnehmen. (aba)



