Eefje Pompen, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von Enercity

Eefje Pompen, Personalvorständin und Arbeitsdirektorin von Enercity

Bild: © Enercity

Mit dem Start des neuen Jahres kündigen sich auch in den Personalstrategien der Kommunalwirtschaft entscheidende Wendepunkte an, denn technologische Fortschritte und der demografische Wandel halten weiter Einzug. 

In einem aktuellen Beitrag prognostiziert die Unternehmensberatung McKinsey, dass dem öffentlichen Sektor in Deutschland bis 2030 rund 840.000 Fachkräfte fehlen werden.

Gleichzeitig bringt der Generationenwechsel eigene Herausforderungen mit sich: Das Fachwissen scheidender Experten muss gesichert, neue Kompetenzfelder für künftige Talente erschlossen werden. Digitalisierung und künstliche Intelligenz versprechen hier Abhilfe, um wichtige Wertschöpfungsketten in Gang zu setzen – allen voran Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen.

Facettenreiche Herausforderungen

Die Personalstrategie der Enervie Südwestfalen Energie und Wasser gewährt einen Eindruck, wie facettenreich sich der Anforderungskatalog an die Personalabteilungen auch in diesem Jahr darstellt. 

Auf Anfrage der ZFK teilte das Unternehmen mit, dass die Schwerpunkte für 2026 unter anderem auf Employer Branding, Mitarbeiterbindung durch optimierte Employee-Journeys sowie HR-analytische Maßnahmen liegen. Letzteres beinhaltet die Verbesserung von Entscheidungsprozessen durch datenbasierte Erfassung von Fluktuation und Performance, aber auch den Aufbau von Dashboards für Management und Führungskräfte. 

Ebenso forciert Enervie den Ausbau von Digitalisierungs- und Automatisierungsprozessen, auch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz – ein Thema, das bei den kommunalen Unternehmen insgesamt auf der Prioritätenliste ganz oben rangiert. 

Digitalisierung für mehr Effizienz und weniger Kosten

Auch die Stadtwerke Bamberg setzen auf Digitalisierung als Transformationstreiber. 

"Für das Personalwesen ist die Digitalisierung eine große Chance, um den steigenden Erwartungen der Mitarbeitenden an digitale Services sowie dem Effizienz- und Kostendruck entgegenzutreten", sagt Bianka Herrmann, Leiterin Personalmanagement der Stadtwerke Bamberg, auf Anfrage der ZFK. "Die Herausforderung besteht vor allem darin, digitale HR-Lösungen nicht nur einzuführen, sondern durchgängig, nutzerorientiert, rechtskonform und IT-sicher weiterzuentwickeln. So arbeiten wir 2026 zum Beispiel weiter an durchgängigen Bewerbungs- und Onboardingprozessen inklusive digitalem Personalbogen."

Wir schauen uns an, wie wir im Bereich Mitbestimmung digitale Workflows aufbauen können, die den Kriterien Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Datenschutzkonformität entsprechen.

Nicht zuletzt versucht man, dabei auch unternehmenskulturellen Aspekte Sorge zu tragen.

Herrmann erklärt: "Wir schauen uns an, wie wir im Bereich Mitbestimmung digitale Workflows aufbauen können, die den Kriterien Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Datenschutzkonformität entsprechen. Außerdem entwickeln wir unser Mitarbeiterportal als zentrales HR-Service-Hub weiter." 

Ebenso konzentrieren sich die Stadtwerke Bamberg im neuen Jahr auf die Herausforderungen des betrieblichen Gesundheitswesens.

Bild: © Stadtwerke Bamberg

Bianka Herrmann

Leiterin Personalmanagement der Stadtwerke Bamberg

"Der demografische Wandel, steigende psychische Belastungen und längere Erwerbsbiografien erhöhen den Handlungsdruck in diesem Feld", betont Herrmann. "Hier gilt es, die vorhandenen Tools zu standardisieren und zu professionalisieren." 

Auch für Enercity nimmt die Digitalisierung einen hohen Stellenwert ein, nicht nur im Personalmanagement, sondern für das Unternehmen insgesamt. Unter anderem spielt der zielgerichtete Einsatz von künstlicher Intelligenz eine entscheidende Rolle.

Gerade in großen, komplexen Transformationsprozessen eröffnen Digitalisierung und KI neue Potenziale für Schnelligkeit und Kosteneffizienz.

"Bei Enercity arbeiten die Frontrunner der Energiewende – heute und morgen", erörtert Arbeitsdirektorin Eefje Pompen. "Gerade in großen, komplexen Transformationsprozessen eröffnen Digitalisierung und KI neue Potenziale für Schnelligkeit und Kosteneffizienz, weswegen wir die breite Nutzung entsprechender Tools unternehmensweit fördern."

Im Zeichen des Generationenwechsels: Fachkräftesicherung und Skill Switch

Ein weiterer Fokus der Enercity-Personaler in den bevorstehenden Monaten: Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und zur Sicherung von Fachwissen. 

Denn der demografische Wandel ist weiterhin ein zentraler Treiber für die Transformation der Personalarbeit: Die Anzahl erwerbsfähiger Menschen am deutschen Arbeitsmarkt sinkt, während sich die benötigten Kompetenzen verändern, auch als Skill Switch bekannt. Ein zeitgemäßes Matching zwischen Bedarf und Qualifikation gewinnt dabei ebenso an Relevanz wie das Selbstverständnis als Learning Company. 

"Als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen zu werden und die richtigen Talente zu gewinnen, wird auch über die Branche hinaus zum Wettbewerbsfaktor", erklärt Pompen. "Neben moderner Führung und einer durch Verantwortung und Zusammenarbeit geprägten Unternehmenskultur setzt enercity auf ein breites Portfolio an Qualifizierungsangeboten, um Mitarbeitende über die gesamte Spanne ihrer Karriere hinweg gezielt fördern zu können. Denn deren Einsatz ist entscheidend für das Gelingen der Energiewende. Damit zahlt die Personalstrategie gezielt auf die Transformation bei Enercity ein."

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