Strategisches Regulierungsmanagement basiert auf einer langfristigen, fach- und themenübergreifenden Planung über mehrere Regulierungsperioden und erfordert neue, innovative Lösungsansätze.

Strategisches Regulierungsmanagement basiert auf einer langfristigen, fach- und themenübergreifenden Planung über mehrere Regulierungsperioden und erfordert neue, innovative Lösungsansätze.

Bild: © Looker Studie/AdobeStock

Energieversorgungsunternehmen und Netzbetreiber, sie alle arbeiten an einer erfolgreichen, energie- und kosteneffizienten Umgestaltung, um die gerade wieder neu von der EU gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. Der Regulierungsprozess muss auch in diesem herausfordernden Umfeld weiterhin beherrscht werden.

Häufig geht es nur mit neuen Kompetenzen und einem aktualisierten Wissen. Statt ausschließlich auf neue Mitarbeitende zu setzen, bieten sich Weiterbildungen an, die gezielt und praxisnah das notwendige Knowhow vermitteln. Zum fünften Mal in Folge bietet daher die Hochschule Schmalkalden den berufsbegleitenden, zweisemestrigen Studiengang Regulierungsmanagement zum Sommersemester 2026 an.

Herr Schramm, seit über 30 Jahren beraten Sie als Dienstleister kleine, mittlere und große Energieversorgungsunternehmen. Welche Bedeutung hat das Thema Regulierungsmanagement aus Ihrer Sicht?

Die Energiewende, die den Ausbau regenerativer Energieträger fordert und die Abkehr von konventionellen Energieträgern wie den Erdgas wünscht, stellt die Strom- und Gasnetzbetreiber neben den regulatorischen Anforderungen vor viele weitere Herausforderungen.

Seit 2005 stellen sich Strom- und Gasnetzbetreiber in diesem Kontext den stetig wachsenden und kontinuierlich im Wandel befindlichen regulatorischen Rahmen. Dabei stehen technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte in einem engen, sich gegenseitig beeinflussenden Kontext.

Welche Herausforderungen bringt der Nest-Prozess der Bundesnetzagentur bei Strom- und Gasnetzbetreibern mit sich?

Einerseits werden durch die neuen regulatorischen Aspekte weitere Restriktionen auf die Netzbetreiber zukommen, wie der Wegfall der Inflationierung für Capex und die Verkürzung des Abbaupfades für Ineffizienzen auf drei Jahre.

Die Regulierungsmanager müssen sie in der Lage sein, einen Blick über den Tellerrand zu werfen.

Vorteilhaft könnte sich der neue Ansatz der Gesamtkapitalverzinsung nach WACC sowie die methodisch angepasste Ableitung der Zinssätze auswirken, da weniger Eigenkapital für die kalkulatorischen Gewinne erforderlich ist. Dies kann bei dem hohen anstehenden Investitionsbedarf durchaus als vorteilhaft gewertet werden.

Auch die Möglichkeit, innerhalb der bevorstehenden fünften Regulierungsperiode die operativen Kosten mittels einer "OPEX“-Pauschale anpassen zu können, sollte den Netzbetreibern bei den aktuellen Preisentwicklungen zugutekommen. Beide Instrumente müssen sich aber zukünftig bewähren, damit sie tatsächlich zur Optimierung der kalkulatorischen Betriebsergebnisse beitragen können.

Vor welchen Aufgaben stehen demnach Netzbetreiber, die Regulierungsmanagement inhaltlich abdecken müssen?

Die Regulierungsmanager nehmen im Unternehmen in der Zukunft eine noch wichtigere Schlüsselposition ein. Dabei müssen sie in der Lage sein, einen Blick über den Tellerrand werfen zu können. Sie sind der Garant dafür, dass sie über Bereichsgrenzen der technischen und kaufmännischen Abteilungen hinaus zur gesamtheitlichen Betriebsoptimierung beitragen und damit den langfristigen Unternehmenserfolg mit abzusichern.

Regulierungsmanager müssen in der Lage sein, unterstützende externe Dienstleister in den regulatorischen Prozess einzubinden.

Zudem benötigen sie auch rechtliches regulatorisches Know-how, um die sich kontinuierlich ergebenden Sachverhalte und Fragestellungen in Zusammenhang mit dem Regulierungsprozess richtig einzuordnen.

Des Weiteren müssen Regulierungsmanager in der Lage sein, unterstützende externe Dienstleister in den regulatorischen Prozess einzubinden. Der Zertifikatsstudiengang zum Regulierungsmanager dient dazu, schnell spezifisches Fachwissen aus diesen Bereichen zu erlangen, um die regulatorischen Aufgabenstellungen strukturiert zu koordinieren und zu steuern.

Könnten Sie das konkretisieren?

Allein das operative Regulierungsmanagement fordert vom Regulierungsmanager ständige Kommunikation mit der Behörde und eine Bearbeitung der Aufgaben entsprechend den erlassenen Festlegungen. Eine der Verantwortungen lieg beispielsweise darin, Aufgaben an die richtige Stelle zu delegieren.

Die strategische Komponente des Regulierungsmanagement ist mit einer langfristigen fach- und themenübergreifenden Planung über mehrere Regulierungsperioden zur Optimierung der Netze verbunden. Hier muss prozessual gedacht werden.

Das heißt, Regulierungsmanager/innen steuern den Erfolg ihres Unternehmens maßgeblich mit?

Ja, das kann man besonders hervorheben. Das Zentrum für Weiterbildung der Hochschule Schmalkalden erhielt in 2025 zum wiederholten Mal eine Auszeichnung.

Mit welchen Vorteilen kann der Lehrgang zum Regulierungsmanager punkten?

Die Leiterin des Weiterbildungszentrums, Sandra Wolf, ist zurecht stolz auf die erneut herausragende Bewertung im FernstudiumCheck. Große Praxisnähe, persönliche Betreuung, ein wirklich gutes Preis-Leistungsverhältnis und die Ausrichtung auf eine optimale Verbindung von Berufsalltag und Lernen sind die Gründe dafür.

Der Zertifikatsstudiengang schließt mit dem "Diploma of Advanced Studies“ (DAS) ab. Wie unterscheidet sich diese Qualifikation von Masterstudiengängen und Seminarangeboten?

Ein "DAS“-Programm bildet das komplette Thema auf Masterniveau ab, in nur zwei Semestern. Und deutlich intensiver als ein mehrtägiges Seminar. Die Richtlinien sehen zudem vor, dass sowohl akademisch ausgebildete Fach- und Führungskräfte mit juristischen, betriebswirtschaftlichen oder auch technischen Voraussetzungen gut geeignet sind. Aber sie schließen gezielt auch in der Praxis bereits tätige kaufmännische und gewerbliche Mitarbeiter ein.

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