Zahlreiche Unternehmen in der Euro-Zone nutzen das Homeoffice-Potenzial noch nicht aus. In einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) kam heraus, dass sich fast ein Drittel der Beschäftigten mehr Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten wünscht.
Demnach hat sich die Corona-Pandemie deutlich auf die Vorlieben der Beschäftigten ausgewirkt. Nach Eurostat-Daten hatten 85 Prozent der Angestellten im Jahr 2019 nie von zuhause gearbeitet. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es 92 Prozent gewesen.
Pendlerzeiten zum Arbeitsplatz
Der Studie zufolge sind die Pendlerzeiten zum Arbeitsplatz ein Hauptgrund für die Homeoffice-Präferenzen. Arbeitnehmer, die mehr als eine Stunde pro Strecke pendeln, sollen zehn Homeoffice-Tage pro Monat bevorzugen, heißt es.
Für Arbeitnehmer, die weniger als 15 Minuten pendeln, seien vier Tage weniger auch akzeptabel. Laut EZB zeigen Ergebnisse aus den USA eine ähnliche Tendenz. Dort hätten sich geringere Pendlerzeiten speziell für Frauen und höher ausgebildete Beschäftigte als wichtiger Vorteil herausgestellt.
Höhere Wechselwahrscheinlichkeit
Die Homeoffice-Policy des Arbeitgebers hatte auch einen Einfluss darauf, ob Angestellte bereit waren, ihren Job zu wecheln. Diejenigen, die gerne häufiger im Homeoffice arbeiten wollten als der Arbeitgeber erlaubte, hatten im Zeitraum der Studie häufiger nach neuen Jobmöglichkeiten gesucht. Außerdem hatten sie eine größere Wahrscheinlichkeit, den Job mindestens einmal zu wechseln.
Für die meisten Angestellten waren zwei bis vier Tage in der Woche Homeoffice die beste Wahlmöglichkeit. Beschäftigte mit längeren Pendelzeiten bevorzugten mobiles Arbeiten deutlich stärker. Sie suchten auch häufiger nach anderen Jobs, die ihren Präferenzen entgegenkamen. (jk)



