Bauelektrik-Fachkräfte werden beispielsweise für die Errichtung von Anlagen für Windenergie, aber auch für Photovoltaik oder grünen Wasserstoff benötigt.

Bauelektrik-Fachkräfte werden beispielsweise für die Errichtung von Anlagen für Windenergie, aber auch für Photovoltaik oder grünen Wasserstoff benötigt.

Bild: © poomrapee/AdobeStock

Von Elwine Happ-Frank

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt trotz allgemeiner Rückgänge bei den offenen Stellen weiterhin erhebliche Engpässe in Berufen, die für die Energiewende essenziell sind. Ein Bericht des Kompetenzzentrums Fachkräftemangel (Kofa) identifiziert mehrere Schlüsselberufe, in denen der Mangel besonders eklatant ist.

Dazu zählen elektrotechnische Berufe. Bauelektrik-Fachkräfte weisen der Untersuchung zufolge eine Fachkräftelücke von 18.343 Personen auf. Die Stellenüberhangsquote liegt bei 79,8 Prozent, wodurch sie zu den meist gesuchten Fachkräften gehören.

Sie sind unverzichtbar für die Installation von Solaranlagen, Windrädern und Anlagen zur Gewinnung und Verwertung von grünem Wasserstoff. Der Kofa-Bericht bezeichnet Bauelektriker explizit als "Flaschenhals für die Energiewende". Die Fachkräftelücke ist in diesem Beruf im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gestiegen.

Extrem hohe Fachkräftelücken

Auch Elektrotechnik-Expert:innen werden mit einer Fachkräftelücke von 8519 und einer sehr hohen Stellenüberhangsquote von 83,1 Prozent dringend gesucht. Sie sind für die Konzeption der Integration erneuerbarer Energiequellen ins Stromnetz, die Entwicklung von Speichertechnologien und intelligenten Stromnetzen verantwortlich. Fachkräfte der elektrischen Betriebstechnik setzen diese Planungen praktisch um, indem sie Anlagen zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen installieren, diese ins Stromnetz integrieren und die notwendige Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität errichten.

Weitere relevante Berufe umfassen Mechatronik-Fachkräfte mit einer Fachkräftelücke von 11.065 und einer extrem hohen Stellenüberhangsquote von 87,7 Prozent, wodurch sie zu den am schwierigsten zu besetzenden Positionen gehören. Diese Fachkräfte werden für die komplexen technischen Systeme benötigt, die in erneuerbaren Energieanlagen zum Einsatz kommen.

Bei Rohrleitungsbauer:innen ist die Fachkräftelücke besonders stark angestiegen – auf knapp 1500 nicht besetzbare Stellen. Diese Berufsgruppe ist wichtig für den Aufbau und die Wartung der Infrastruktur im Energiesektor.

Fachkräftemangel auch in der Mobilität

Auch in der Überwachung und Steuerung des Eisenbahnverkehrsbetriebs stieg die Fachkräftelücke um 891 Stellen. Der Bericht betont ihre Bedeutung für einen störungsfreien Netzbetrieb und deren zentrale Rolle für die Mobilitätswende.

Im Bereich Naturwissenschaft, Geografie und Informatik ist ein deutlicher Rückgang der Fachkräftelücke zu verzeichnen (von 46,5 Prozent auf 26,5 Prozent nicht besetzbare Stellen). Dies betrifft auch den IT-Bereich, der für die digitale Steuerung von Energiesystemen wichtig ist. Dennoch bleibt die Situation in den direkt für die Energiewende relevanten technischen Berufen angespannt.

Demografischer Wandel trifft auf leeren Arbeitsmarkt

Insgesamt bleibt die Fachkräftesicherung auch weiterhin eine zentrale Herausforderung für die Energiewirtschaft. Weiteren Druck könnte der demografische Wandel ausüben, wenn die geburtenstarken Jahrgänge den Arbeitsmarkt altersbedingt verlassen und weniger junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten.

Um der Herausforderung zu begegnen, sind laut dem Kofa-Bericht auch in den kommenden Jahren Anstrengungen notwendig. Die Lösungsmöglichkeiten seien vielfältig und umfassen unter anderem Maßnahmen wie die verstärkte Rekrutierung internationaler Fachkräfte, Bemühungen um Ausweitung der Arbeitszeit von Teilzeitkräften, aber auch die verstärkte Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten.

Insbesondere sei von Bedeutung, die nachwachsenden Generationen möglichst vollständig für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und die Zahl der Jugendlichen, die aktuell nicht in Ausbildung sind, keinen beruflichen Abschluss haben und nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen, zu reduzieren.

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