Ein Laden der chinesischen Automarke IM in Shanghai.

Ein Laden der chinesischen Automarke IM in Shanghai.

Bild: © Robert/Adobe Stock

Die Reichweite steigt, die Ladezeit sinkt und ein Preisrutsch steht vor der Tür – mit diesen drei Argumenten prognostizieren die Berater von Ernst & Young (EY), dass der Automarkt insgesamt und auch speziell der Elektroautomarkt schon bald wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Eine Umfrage von EY unterstützt diese Erwartung.

Gefragt haben die Studienautoren nach der Absicht, in den kommenden zwei Jahren einen Neuwagen zu kaufen. Geantwortet haben 19.000 Personen aus 24 Ländern, darunter etwa 1000 aus Deutschland. Demnach ist die Kaufbereitschaft weltweit innerhalb eines Jahres von 33 auf 40 Prozent geklettert. Führend sind erwartungsgemäß die Menschen in China, aber auch in Deutschland ist der Anteil derjenigen, die schon bald einen Neuwagen kaufen wollen, von 23 auf 28 Prozent gestiegen.

Benziner bleiben attraktiv

Was die Umfrage aber auch zeigt: Der Benziner bleibt derzeit sowohl weltweit als auch in Deutschland die bevorzugte Antriebsart: Jeweils 29 Prozent wollen sich für ein Auto mit Otto-Motor entscheiden. Aber schon knapp dahinter liegt das Elektroauto, das weltweit für 24 Prozent und in Deutschland für 26 Prozent am ehesten in Frage kommt.

In China will fast jeder zweite angehende Autokäufer ein Elektroauto kaufen. In den europäischen Ländern planen 21 Prozent der potenziellen Käufer, sich für ein Elektroauto zu entscheiden.

Deutsche Kunden sind sehr preisbewusst

„Das Interesse an Elektroautos ist auch in Europa grundsätzlich vorhanden – auch wenn die Neuzulassungen aktuell rückläufig sind“, sagt Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa. Die Befragung zeigt, dass der Markt bald wieder ins Positive drehen könnte. Das sei plausibel, so Gall. Die Gründe: „Es kommen immer bessere Elektroautos auf den Markt, teilweise mit großer Reichweite und kurzen Ladezeiten. Zudem könnten wir im kommenden Jahr in Europa einen Preisrutsch auf breiter Front sehen, denn viele Hersteller müssen ihren Absatz von Elektroautos deutlich steigern, um Strafzahlungen wegen zu hoher Flottenemissionen zu vermeiden.“

Das könnte gerade den deutschen Markt ankurbeln. Denn hier sind potenzielle Käufer von Elektroautos nur sehr begrenzt bereit, einen deutlich höheren Preis als für ein vergleichbares Verbrennermodell zu bezahlen: 40 Prozent sagen, dass sie einen Aufpreis von höchstens zehn Prozent zu zahlen bereit sind – weltweit liegt der Anteil bei 33 Prozent. Laut EY sind die Autokäufer derzeit – gerade nach den Preissteigerungen der vergangenen Jahre und angesichts einer schwachen Konjunkturentwicklung – sehr preisbewusst.

USA: Vorbehalte gegenüber China

Chinesische Automobilhersteller gewinnen weltweit an Bedeutung. 20 Prozent der potenziellen Elektroautokäufer nehmen eine chinesische Marke in ihre Top-3-Auswahl. In Asien ist das Interesse mit 30 Prozent besonders stark, während Europa mit 12 Prozent folgt. In Nordamerika sind die Vorbehalte gegenüber chinesischen Marken ausgeprägter. Dort würden sich lediglich drei Prozent für eine chinesische Marke entscheiden. (wa)

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