"Eine nachhaltige Mobilitätswende zu unterstützen ist fest in der EnBW Unternehmensstrategie verankert. So wird Elektromobilität bei uns in einem Atemzug mit dem Ausbau erneuerbarer Energien genannt. Der Betrieb öffentlicher Ladeinfrastruktur ist dabei ein elementarer Bestandteil – gemeinsam mit dem zügigen Ausbau der deutschlandweiten Lademöglichkeiten und einem einfachen Zugang zur Elektromobilität für Verbraucher", unterstreicht Heiko Willrett, EnBW-Sprecher für Vertrieb und E-Mobilität gegenüber der ZfK.
Er verweist darauf, dass das Unternehmen einer der größten Betreiber von Ladeinfrastruktur in Deutschland sei und bis Ende 2020 bundesweit 1.000 Schnellladestandorte betreiben möchte. Gleichzeitig biete man E-Auto-Fahrern mit der EnBW Mobility+ App und Ladekarte „Zugang zum größten Roaming-Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ mit mehr als 30.000 Ladepunkten – das seien über 95 Prozent aller Ladepunkte in diesen Ländern. Überall dort würden einheitlich die EnBW Mobility+ Ladetarife gelten, die die tatsächliche Strommenge auf kWh-Basis berechnen.
Schnellladestationen nicht nur an Fernverbindungen
Man sei überzeugt, dass das Schnellladen mit dem Hochlauf an E-Fahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnen werde. "Daher setzen wir nicht nur auf Schnellladestationen an Fernverbindungen, sondern auch im urbanen Raum. Dafür kooperieren wir mit namhaften Partnern wie Handelspartnern und Tankstellenbetreibern. So bieten wir E-Auto-Fahrern zum einen die Möglichkeit, dort zu laden, wo ihr Fahrzeug ohnehin steht. Zum anderen können sie so auch eigens zum Laden entsprechende Ladestationen anfahren", sagt Willrett.
Ob sich der Betrieb von Schnellladeinfrastruktur schneller rechnet als der von herkömmlicher Ladeinfrastruktur sei pauschal schwer zu beurteilen. Natürlich sei bei einer höheren Ladeleistung auch eine höhere Auslastung möglich. Doch sei dies von Standort zu Standort unterschiedlich. Insgesamt "registrieren wir mit zunehmender Zahl an E-Fahrzeugen auch eine stetig steigende Zahl an Ladevorgängen. Dabei sehen wir sehr unterschiedlich hohe Auslastungen einzelner Ladestationen", unterstreicht Willrett.
500 Mio. Euro für Netzausbau für E-Mobilität
Die Kosten hingen stark von der Art der eingesetzten Technik und der Höhe der jeweiligen Ladeleistung ab und variierten daher stark. Ein konkreter Preis je Ladestation könne deswegen nicht genannt werden. Netzausbaukosten könnten bereits bei der Errichtung von Schnellladestandorten anfallen. Jedenfalls plane der Verteilnetzbetreiber Netze BW, ein 100-prozentiges EnBW-Tochterunternehmen, bis 2025 Investitionen von 500 Millionen Euro, um die Stromnetze in seinem Netzgebiet für die Elektromobilität auszubauen, berichtet Willrett.
Um Kunden sinnvolle Angebote machen zu können, setze man auch auf "Elektromobilitäts-Komplettlösungen inklusive intelligenter und rechtssicherer Abrechnungssystematik für Unternehmen" sowie die Möglichkeit, seinen zu Hause selbst produzierten Solarstrom auch unterwegs zum Laden seines E-Autos zu nutzen. (hcn)
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Mehr zur Praxiserfahrungen von Stadtwerken mit dem Betrieb von Ladeinfrastruktur lesen Sie in der aktuellen September-Ausgabe der ZfK.



