Unterschiedliche Netzentgelte behindern den Ausbau von Elektromobilität, fürchtet Agora.

Unterschiedliche Netzentgelte behindern den Ausbau von Elektromobilität, fürchtet Agora.

Bild: © Nischapor/stock.adobe.com

E-Fahrzeuge benötigen viel Energie. Sie können aber auch einen wertvollen Beitrag zum Ausbalancieren des Stromnetzes leisten. Salzburg Research hatte zu einem Wettbewerb eingeladen. Es ging darum, Ideen für smartes Teilen von Energie und neue Geschäftsmodelle einzureichen. Die besten wurden ausgezeichnet.

Die Fragen: Was motiviert Besitzerinnen und Besitzer von E-Fahrzeugen, ihre Akkus für intelligentes Laden zur Verfügung zu stellen? Wie können Verbraucher unterstützt werden, damit sie ihr Ladeverhalten stärker an den Bedürfnissen des Stromnetzes ausrichten? Welche (neuen) Services und Dienstleistungen sowie Kooperationsmöglichkeiten oder Geschäftsmodelle entstehen durch smartes Laden?

Teilnehmer benötigten keine Vorkenntnisse

Alle Ideen waren herzlich willkommen. Dabei war es ganz egal, ob die Teilnehmer Vorkenntnisse im Themenbereich haben oder nicht. Sowohl die Community als auch eine Fachjury bewertete die Einreichungen.

1. Platz: Skigebiet mit bidirektionalen Ladestationen in einen günstigen Ski- &Wanderort verwandeln
Ideengeber: Andreas Schöfegger
Hotelgäste brauchen üblicherweise ihr Auto während des Aufenthalts im Hotel wenig oder gar nicht. Sie können ihr E-Fahrzeug während des Aufenthalts an die bidirektionale Ladestation anschließen und so als Speicher für das Hotel oder die Region anbieten. Im Gegenzug gibt es Preisnachlässe oder Goodies.  Tagesgäste können über eine App einen Ladeplatz – und somit einen reservierten Parkplatz – buchen. Damit können sie einen individuell bestimmbaren Speicheranteil des E-Fahrzeugs als Puffer freigeben. So kann das Potenzial am Energiemarkt eingeplant und zu prognostizierten Zeiten der Bedarf an fossilen Kraftwerken reduziert werden. Tagesgäste werden durch Preisnachlässe und Gamification-Methoden motiviert.

2. Platz: Prestige und Bequemlichkeit
Ideengeber: Werner Fürst
Ideengeber Werner Fürst setzt auf Prestige und Bequemlichkeit als Anreiz für bidirektionales Laden: Bidirektionale Ladestationen sollen auf Firmenparkplätzen im „VIP-Bereich“ nahe dem Eingang platziert werden – dort, wo sonst üblicherweise die Geschäftsführung parkt. Auf P+R-Parkplätzen sollen die bidirektionalen Ladestationen direkt neben der Einstiegsstelle für Bus oder Bahn sein. Auf innerstädtischen Parkflächen und Kundenparkplätzen befinden sich diese nahe von benachbarten Wohnhäusern und sind nach Ladenschluss auch von Nicht-Kunden benutzbar. Der Akku wird jeweils im optimalen Bereich zwischen 40 und 80 Prozent gehalten. In der Andockzeit werden nicht mehr als 30 Prozent abgegeben, bei viel Überschuss wird bis zu 80 Prozent geladen.

3. Platz: Carsharing durch Wohnbaugesellschaften
Ideengeber: Frank Dobbert
Dezentrale Carsharing-Angebote durch Wohnbaugesellschaften könnten eine Lösung sein: Sie bieten Mietern und Wohneigentümern eine integrierte Energielösung an, die aus Strom, eigenen Photovoltaikanlagen und E-Carsharingfahrzeugen besteht. Über eine App lassen sich die Fahrzeuge bestellen. Die Wohnungsbaugesellschaft wird zu so zum alleinigen Vertragspartner der Netzbetreiber. Sie kann die Fahrzeuge auch als Strompuffer zur Verfügung stellen und im Bedarfsfall auch für eine Nutzung sperren. (wa)

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