Europäische Hersteller von Elektroautos konzentrieren sich aufs Premium-Segment – und lassen den Massenmarkt liegen.

Europäische Hersteller von Elektroautos konzentrieren sich aufs Premium-Segment – und lassen den Massenmarkt liegen.

Bild: © Wellnhofer Desgins/Adobe Stock

Noch immer sind Elektroautos bei der Anschaffung meist deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner. Dem stehen aber – so heißt es – deutlich geringere Betriebskosten des Elektroantriebs gegenüber. In den Zeiten, als eine Kaufprämie für Elektroautos diese Lücke ausglich, war die Nachfrage bei den Stromern hoch. Doch mit dem Ende der Prämie kehrt Ernüchterung ein. Der Thinktank Agora Verkehrswende hat untersucht, ob E-Autos oder Verbrenner wirtschaftlicher sind – und wie eine mögliche künftige Prämie gestaltet sein sollte.

Zwei große Hürden nennt Agora Verkehrswende als Grund für die derzeitige Stagnation beim Verkauf von Elektroautos: Zum einen den Umstand, dass Elektrofahrzeuge beim Kauf häufig noch deutlich mehr kosten als die Alternativen mit Verbrennungsmotor. Zum anderen berücksichtige die Besteuerung von Autos und Energie noch zu wenig den CO2-Ausstoß – und fördere damit den Verkauf von Verbrennerfahrzeugen.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines Fahrzeugs seien aber die Gesamtkosten über die Haltedauer. Neben dem Kaufpreis gehören dazu etwa Wertverlust sowie Kosten für Steuern, Reparaturen und Energie. Bei dieser Betrachtung fällt der Unterschied zwischen Verbrenner und Elektrofahrzeug häufig deutlich kleiner aus als beim reinen Kaufpreis. Grund ist die günstigere Energie. Fazit von Agora Verkehrswende: Je länger ein Elektroauto gefahren wird, um so günstiger wird es.

Bei einer Haltedauer von fünf Jahren reichen die Einsparungen jedoch häufig noch nicht aus, um die höheren Anschaffungskosten zu kompensieren. Insbesondere bei günstigen und spritsparenden Modellen sei der Verbrenner immer noch wirtschaftlicher. Kaufanreize für günstige Elektrofahrzeuge – so Agora Verkehrswende – könnten die Wirtschaftlichkeit spürbar zugunsten des Elektrofahrzeugs verschieben und damit auch breitere Bevölkerungsgruppen ansprechen.

Keine Förderung für teure Autos

In gehobenen Fahrzeugsegmenten wie der oberen Mittelklasse und der Oberklasse seien in vielen Fällen die elektrischen Alternativen in den Gesamtkosten über fünf Jahre schon günstiger. Zusätzlich werden solche Modelle zu erheblichen Teilen als Firmenwagen verwendet. Die Nutzer von Elektrovarianten profitieren zudem von einem günstigeren Satz bei der Dienstwagenbesteuerung. Hier wäre eine weitergehende Förderung deshalb kaum zu rechtfertigen, heißt es beim Thinktank. (wa)

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