Deutlich zu erkennen soll sein, dass die KVB-Mitarbeitenden mit Bodycams ausgerüstet sind.

Deutlich zu erkennen soll sein, dass die KVB-Mitarbeitenden mit Bodycams ausgerüstet sind.

Bild: © KVB/Christoph Seelbach

In Köln sind Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe (KVB) künftig mit Bodycams in Bussen und Bahnen unterwegs. Bei einem einjährigen Pilotprojekt werden 20 Beschäftigte mit Kameras ausgestattet. „Wir setzen auf Bodycams, weil es damit gute Erfahrungen sowohl in unserer Branche als auch beispielsweise bei der Polizei gibt“, sagt die KVB-Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks. Die Mitarbeitenden haben sich freiwillig zur Teilnahme an dem Pilotprojekt gemeldet.

Immer häufiger komme es zu Übergriffen. Vielfach seien das verbale Attacken und die Weigerung, Aufforderungen der KVB-Mitarbeitenden nachzukommen. Zunehmend komme es aber auch zu körperlichen Übergriffen.

Zahl der verletzten Mitarbeiter steigt sprunghaft

Die Zahl der Angriffe, bei denen KVB-Mitarbeiter verletzt wurden, habe deutlich zugenommen. Während es 2019 aus diesen Gründen noch rund 230 Ausfalltage gegeben habe, seien es 2020 bereits 580 gewesen. Die Bodycams sollen in brenzligen Situationen deeskalierend wirken. Zudem sollen die Aufnahmen bei der Beweissicherung helfen.

Wenn die Mitarbeitenden die Kamera einschalten, sieht sich das Gegenüber direkt im Display. Die Person realisiert zudem, dass sie gefilmt wird, heißt es bei der KVB. Die Körperkamera darf aber nur dann aktiviert werden, wenn ein entsprechender Vorfall stattfindet oder zu erwarten ist.

Kameras laufen nur bei Konflikten

Die Nutzung der Bodycams ist beschränkt auf Stadtbahnen, Busse und Haltestellenbereiche, in denen die Mitarbeitenden befugt sind, das Hausrecht auszuüben. Da Bildaufnahmen im öffentlichen Raum einen Eingriff in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger darstellen, dürfen diese nur in berechtigten Fällen aufgenommen werden.

Die Zielperson wird vor dem Einschalten der Kamera auf die Aufnahme hingewiesen. Sollte sich die Situation hierdurch bereits beruhigen, ist eine Aufzeichnung nicht mehr notwendig. Nur wenn die Situation eskaliert, wird die Aufnahme länger gespeichert. Die Aufnahmen werden verschlüsselt, sodass ein Zugriff Unbefugter ausgeschlossen ist. Die Bodycam-Träger selbst haben ebenfalls keine Zugriffsberechtigung. (wa mit dpa)

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